Ungarn unterlag im finalen Wahlgang
EM 2008 in Österreich und der Schweiz

Europas Fußball ist vom 7. bis 29. Juni 2008 in einer der schönsten Ferienregionen des Kontinents zu Gast. Mit der Vergabe der Europameisterschaft in sechs Jahren an Österreich und die Schweiz gab die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Donnerstag in Genf dem Konzept einer EM der kurzen Wege den Zuschlag.

HB/dpa GENF. Um 14.32 Uhr gab Uefa-Präsident Lennart Johansson das Ergebnis der Abstimmung bekannt, bei der sich die Kandidatur der Alpenländer im entscheidenden Durchgang mit 9:3 gegen Ungarn durchgesetzt hat. Zunächst hatte es geheißen, Griechenland und Türkei hätten es bis in den letzten Wahlgang geschafft. Die Euro findet zum zweiten Mal nach 2000, als Belgien und Niederlande gemeinsame Gastgeber waren, in zwei Ländern statt.

Gerhard Mayer-Vorfelder, als Mitglied des 14-köpfigen Uefa-Exekutivkomitees an dem Votum beteiligt, machte aus seiner Zustimmung kein Hehl. "Ich freue mich für unsere Freunde aus Österreich und der Schweiz. Sie waren der Favorit und haben eine gute Präsentation geliefert", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Auch DFB-Teamchef Rudi Völler war mit dem Ergebnis zufrieden: "Ich freue mich für beide Länder. Das wird auch ein Impuls für ihren Fußball sein. Für die deutschen Fans wäre es eine EM der kurzen Wege, sollte sich unsere Mannschaft dafür qualifizieren."

Unter dem Motto "Football's best - close to you" überzeugten Österreich und die Schweiz die Mitglieder des Exekutivkomitees vor allem mit dem Argument leichter Erreichbarkeit im Zentrum Europas. Die Kandidatur der Alpenländer wird zudem getragen von der breiten Unterstützung der Bevölkerung, die laut Meinungsumfragen in beiden Ländern zu 80 % dahinter steht.

Anders als bei der Vergabe der Europameisterschaft 2004 an Portugal setzte sich diesmal der Favorit durch, der die hoch gehandelten Kandidaturen von Schottland/Irland sowie der vier nordischen Länder klar ausstach. Bereits bei der Vorauswahl durch das Nationalmannschafts-Komitee der Uefa waren mit Russland, Griechenland/Türkei und Kroatien/Bosnien-Herzegowina drei Kandidaten auf der Strecke geblieben. "Heute gibt es keine Verlierer, sondern nur Bewerbungen, die diesmal nicht gewonnen haben", tröstete Uefa-Präsident Johansson die Unterlegenen.

Mit der erfolgreichen Bewerbung gelang Österreich im dritten Anlauf zur Ausrichtung der EM endlich der große Wurf. 1996 und bei der gemeinsamen Kandidatur mit Ungarn für die Euro 2004 war die Alpenrepublik gescheitert. Die Schweiz hatte sich erstmals seit der WM-Endrunde 1954 wieder um ein Fußball-Großereignis beworben.

Das Konzept sieht 16 Spiele in Österreich und 15 in der Schweiz vor. Das Endspiel der Euro 2008 findet am 29. Juni im Wiener Ernst- Happel-Stadion statt, das mit insgesamt sieben Partien, darunter zwei Viertelfinals und ein Halbfinale, die meisten Spiele sieht. Das Stadion der österreichischen Hauptstadt ist zudem das einzige, das praktisch heute schon den Ansprüchen der Uefa genügt. Weitere Spielorte in Österreich für jeweils drei Vorrunden-Begegnungen sind Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck.

Das Eröffnungsspiel geht am 7. Juni im Berner Wankdorf-Stadion über die Bühne. Die Traditions-Arena, in der Deutschland 1954 seinen ersten Weltmeistertitel errang, wird bis zum Juni 2005 komplett umgebaut und dann 40 226 Zuschauern Platz bieten. Insgesamt werden in Bern sechs Spiele, darunter auch zwei Viertelfinale und ein Halbfinale, ausgetragen. Außerdem finden in der Schweiz Vorrundenspiele in Zürich, Genf und Basel statt.

Das Budget der EURO 2008 beträgt rund 110 Mill. ? und entspricht damit in etwa jenem der Europameisterschaft 2000. Beide Verbände rechnen mit einer 100-prozentigen Auslastung der Stadien bei den 31 Spielen. Dies entspräche einem Zuschaueraufkommen von 1,138 Millionen.

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