Archiv
Ungeachtet der Proteste: Zwölfte Hinrichtung in Texas

Im US-Bundesstaat Texas ist am Donnerstag ein Mörder hingerichtet worden, der bei Todesstrafengegnern als ein Musterbeispiel für gelungene Rehabilitation galt.

dpa HUNTSVILLE. Im US-Bundesstaat Texas ist am Donnerstag ein Mörder hingerichtet worden, der bei Todesstrafengegnern als ein Musterbeispiel für gelungene Rehabilitation galt.

Wie eine Justizsprecherin mitteilte, starb der 41-jährige James Allridge um 18.22 Uhr Ortszeit im Staatsgefängnis von Huntsville durch eine Giftinjektion. Organisationen von Kritikern der Todesstrafe und Prominente hatten sich für Allridge eingesetzt, der 17 Jahre in der Todeszelle verbrachte. Es war die zwölfte Hinrichtung in Texas in diesem Jahr.

Der schwarze Texaner hatte sich in der Haft durch gute Führung ausgezeichnet. Nach US-Medienberichten sagten selbst Justizbeamte, Allridge stelle keine Gefahr mehr für seine Mitmenschen dar. In der Todeszelle begann der Texaner zu malen und hatte zum Schluss sogar eine internationale Fangemeinde, die seine Landschaftsbilder kaufte. In diesem Sommer erhielt Allridge Besuch von der US-Schauspielerin und Aktivistin Susan Sarandon. Sarandon hatte im Film "Dead Man Walking" eine Nonne gespielt, die sich gegen die Todesstrafe einsetzt.

James Allridge hatte Anfang 1985 gemeinsam mit seinem Bruder Ronald die nordtexanische Großstadt Fort Worth in Atem gehalten. Über Wochen hinweg raubten die beiden Läden, Tankstellen und Restaurants aus, wobei sie insgesamt drei Menschen erschossen. James wurde für den brutalen Raubmord an dem 21-jährigen Verkäufer Brian Clendennen zum Tode verurteilt. Ronald Allridge wurde bereits im Jahr 1995 für einen weiteren Mord hingerichtet.

In Huntsville sind jetzt seit Jahresbeginn zwölf Menschen exekutiert worden, neun weitere Hinrichtungen sind bis Ende Dezember geplant. In Texas wurden seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den 70er Jahren insgesamt 325 Todesurteile vollstreckt, weit mehr als in anderen US-Bundesstaaten. Von den landesweit 65 Hinrichtungen des vergangenen Jahres fanden 24 in Texas statt. Hier sitzen zur Zeit 445 Männer und acht Frauen in Todeszellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%