Ungeachtet der schwachen Automobilkonjunktur
Neuer A4 soll Audi zu höherer Rendite verhelfen

Die VW-Tochter Audi AG ist ungeachtet der schwachen Automobilkonjunktur in Europa mit Absatz- und Umsatzzuwächsen in das Jahr gestartet und ist auch für das Gesamtjahr optimistisch. "Das Jahr hat gut angefangen", sagte Vorstandschef Franz-Josef Paefgen am Dienstag in München. In den ersten drei Monaten wurden nach vorläufigen Zahlen 169 900 Fahrzeuge der Marke Audi an Kunden ausgeliefert, 2,9 % mehr als im Jahr zuvor.

Reuters MÜNCHEN. Die VW-Tochter Audi AG rechnet nach einem guten Start ins Jahr ungeachtet der schwachen Automobilkonjunktur in Europa mit Absatz- und Umsatzzuwächsen und einem überproportionalen Gewinnanstieg. "Das Jahr hat gut angefangen", sagte Vorstandschef Franz-Josef Paefgen am Dienstag in München. Grundlage für den Optimismus sei vor allem das Volumenmodell A4, das im Dezember eingeführt worden war. Im ersten Quartal wurden nach vorläufigen Zahlen 169 900 Audi an die Kunden ausgeliefert, 2,9 % mehr als im Jahr zuvor. Der Konzernumsatz, in dem auch der italienische VW-Generalimporteur enthalten ist, erhöhte sich um 11,6 % auf 11,2 Mrd. DM. Bis Jahresende will Paefgen entscheiden, ob Audi ein neues Werk bauen wird.

Der Audi-Chef stellte ein "quantitatives und qualitatives Wachstum" in Aussicht. "Das bedeutet, dass bei steigendem Volumen auch die Ertragskraft weiter steigt", erläuterte Paefgen seine Prognose. Diese sei noch äußerst zurückhaltend, äußerte sich der Audi-Chef ungewohnt zuversichtlich. "Wenn das erste Quartal (in der Auto-Branche) besser gelaufen wäre, wären wir noch optimistischer", fügte er hinzu. Ziel bleibe auch für Audi die für den Volkswagen-Konzern geltende Umsatzrendite von 6,5 %. Der Audi-Chef wollte sich jedoch nicht festlegen, wann sie erreicht werden soll. Mit der erstmals konsolidierten Autogerma, die nur Handels-Renditen erzielt, werde es sehr viel schwerer, auf den Zielwert zu kommen, sagte Finanzvorstand Peter Abele.

Lamborghini wies 55 Millionen DM Verlust aus

Im vergangenen Jahr hielt Audi das Ergebnis vor Steuern mit 1,61 (Vorjahr: 1,64) Mrd. DM knapp auf dem Niveau von 1999, die Umsatzrendite schrumpfte aber auf 4,1 von 5,5 %. Ohne Autogerma und bereinigt um eine Rückstellung von 251 Mill. DM für die von der EU vorgeschriebene Rücknahme von Altautos durch die Hersteller wäre der Vorsteuer-Gewinn um 7 % auf 1,76 Mrd. DM gestiegen, sagte Abele. Audi-Chef Franz-Josef Paefgen hatte angekündigt, mindestens das Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen. Autogerma allein, für die Audi 812  Mill. DM an VW zahlte, verdiente 98 Mill. DM. Der Sportwagenbauer Lamborghini wies bei einer Produktion von fast 300 Fahrzeugen 55 Millionen DM Verlust aus. Eine geringere Steuerquote verhalf Audi zu einem um mehr als 35 % höheren Gewinn nach Steuern von 859 Mill. DM. An VW wurden nur noch 176 (222) Mill. DM abgeführt.

Autogerma trieb auch den Umsatz des Audi-Konzerns auf 39,02 Mrd. DM von zuvor 29,62 Mrd. nach oben, wie Audi im Januar bereits mitgeteilt hatte. Auch ohne den VW-Importeur, der im Jahr 2000 fast 307 000 Autos nach Italien einführte, schaffte Audi einen Rekordumsatz von 32,1 Mrd. DM, der 8,3 % höher war als ein Jahr zuvor. Der Audi-Absatz kletterte um 2,9 % auf 653 400 Autos.

Marktanteile auf US-Markt gewinnen

Audi wolle in den wichtigsten Märkten Marktanteile gewinnen, beschrieb Paefgen das Ziel für das laufende Jahr. Er sei recht zuversichtlich, dass dies auch auf dem rückläufigen US-Markt gelingen werde. Im ersten Quartal 2001 war wie schon im Vorjahr das Geschäft in Nordamerika Wachstumsmotor für Audi, wenngleich mit sinkenden Zuwachsraten. Dort würden bis Ende März 19 400 Audi an die Kunden ausgeliefert, 3 % mehr als in den ersten drei Monaten 2000, sagte Paefgen. Auch in Deutschland trotzt Audi im Absatz dem Abwärtstrend der Branche. Mit 61 800 Zulassungen (plus 2,9 %) werde der Marktanteil auf dem heimischen Markt zum Ende des Quartals erstmals auf 7 % steigen. Dazu kamen 86 900 VW, Seat und Skoda, die Autogerma nach Italien importierte.

Die wachsende Produktion, die allein im ersten Quartal um 15 % zunahm, zwingt Audi zu einem Ausbau der Kapazitäten. Ob dafür ein neues Werk gebaut werden muss, werde bis Jahresende entschieden, sagte Paefgen. Zu einem möglichen Standort wollte er sich nicht äußern.

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