Ungebührliches Verhalten eines Angeklagten
Bundesanwalt sieht Anklage gegen Islamisten bestätigt

Im Frankfurter Islamisten-Prozess sieht sich die Bundesanwaltschaft nach dem Teilgeständnis eines der fünf Angeklagten bestätigt. Bundesanwalt Volker Brinkmann sagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht, das Geständnis des Angeklagten Auerobi Beandali habe gezeigt, dass die Anklage in weiten Bereichen richtig sei.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der angeklagte Lamine Maroni wurde am dritten Prozesstag bereits zum zweiten Mal wegen ungebührlichen Verhaltens von der Hauptverhandlung ausgeschlossen. Er hatte die Verhandlung unter anderem als "Nürnberg-Prozess" und seine Verteidiger als "Hunde" bezeichnet.

Beandalis Behauptung, der geplante Anschlag in Straßburg habe einer jüdischen Synagoge und nicht einem belebten öffentlichen Platz gegolten, sei aber eine maßgebliche Abweichung von den Erkenntnissen der Ermittler, meinte Bundesanwalt Brinkmann. Dies lasse sich nur schwer mit den bisherigen Ermittlungen in Einklang bringen und müsse in der Beweisaufnahme der Hauptverhandlung geklärt werden. Wenig Glauben schenkte Brinkmann der Aussage, dass einer der Terroristen bei der Tatvorbereitung versehentlich ein falsches Gebäude gefilmt habe.

Die anderen Angeklagten verzichteten erneut auf Stellungnahmen zu der vor zehn Tagen abgegebenen Erklärung Beandalis. In dem Prozess sind fünf Männer wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Vier von ihnen wird zusätzlich vorgeworfen, um die Jahreswende 2000/2001 ein Sprengstoffattentat in Straßburg geplant zu haben. Der Anschlag war mit der Verhaftung des Quartetts am zweiten Weihnachtsfeiertag 2000 in Frankfurt verhindert worden. Der fünfte Angeklagte war erst im April des folgenden Jahres festgenommen worden.

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