Ungeklärte politische Lage
Spekulationen um Post-Einstieg in Österreich

Die Deutsche Post hat einen Kommentar zu Spekulationen über einen Einstieg bei der Österreichischen Post abgelehnt. "Da kann ich nichts zu sagen", erklärte ein Sprecher des Bonner Konzerns am Dienstagmorgen auf Reuters-Anfrage.

Reuters FRANKFURT. In Medienberichten war zuvor über einen Einstieg der Deutschen bei der Österreichischen Post spekuliert worden. Hintergrund ist eine Mitteilung der Staatsholding ÖIAG, die alle Anteile an der österreichischen Post hält, sie führe Gespräche mit möglichen Interessenten. "Es gibt Kontakt zur Deutschen Post ebenso wie zu anderen vergleichbaren Unternehmen, es wird zum Thema benchmarking und strategische Partnerschaften diskutiert", hatte es bei der ÖIAG geheißen.

Die "Financial Times Deutschland" hatte auch unter Verweis auf österreichische Medien berichtet, die Deutsche Post wolle bis zu 75 Prozent an dem österreichischen Mitbewerber kaufen. Die Gespräche seien aber wegen der derzeit ungeklärten politischen Lage beziehungsweise den noch andauernden Verhandlungen zur Regierungsbildung in Wien auf Eis gelegt, hieß es.

Nach Angaben der ÖIAG ist im noch gültigen Regierungsauftrag nur noch die Privatisierung der Telekom enthalten. Sollte ein anderes Unternehmen zur Privatisierung vorgeschlagen werden, müsse der Finanzminister einen Regierungsauftrag dazu erwirken, hieß es.

Der Post-Sprecher bestätigte zwar, dass sein Unternehmen mit der österreichischen Post Gespräche führe. Diese zielten jedoch wie bei zahlreichen anderen Postgesellschaften in Europa auf Kooperationen oder ähnliche Unternehmungen ab. "Es gibt immer Gespräche zwischen Postgesellschaften. Das darf man nicht so dramatisch sehen", sagte der Sprecher.

Ob es ein weitergehendes Engagement der Deutschen Post in Österreich geben werde, könne er auch mit Blick auf die noch ungeklärten Privatisierungspläne der Wiener Regierung nicht sagen, fügte der Sprecher der Deutschen Post hinzu. Insofern könne er die Berichte über einen geplanten Mehrheitserwerb nicht kommentieren. Der Aktienkurs der Deutschen Post verlor im frühen Geschäft 1,47 Prozent auf 10,71 Euro.

Die ÖIAG teilte auf ihrer Internetseite mit, sie verfolge im Rahmen des Beteiligungsmanagements "mit aller Konsequenz" die Wertsteigerung der Österreichischen Post. Parallel dazu würden Gespräche mit möglichen Interessenten geführt. Sollte ein Regierungsauftrag zur Privatisierung des Unternehmens ergehen, müssten mögliche Interessenten ein schriftliches Angebot vorlegen. Erst danach könnten Gespräche über strategische Partnerschaften konkretisiert werden.

Nach Worten einer ÖIAG-Sprecherin befinden sich die Gespräche mit der Deutschen Post auf Grund der ungeklärten Privatisierungspläne des Landes noch in einem frühen Stadium. Ohne einen Privatisierungsauftrag und eine europaweite Ausschreibung könne noch nicht darüber gesprochen werden, ob und wie viel der Anteile an der Post AG verkauft werden könnte, sagte sie. In Österreich war Ende November die konservative Volkspartei (ÖVP) als Sieger hervorgegangen. Derzeit laufen noch die Gespräche zur Bildung einer Regierungskoalition.

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