Ungewisser Ertrag
Hedgefonds bergen ein äußerst hohes Risiko

D as vergangene Jahr hat bei vielen Anlegern, die auf Aktien oder Aktienfonds als Vermögensanlage gesetzt haben, Zweifel aufkommen lassen. Zwar wurde und wird von Seiten der Banken und Analysten immer wieder beteuert, dass die Kursverluste langfristig wieder ausgeglichen werden. Dennoch stellt sich die Frage, wie es um die Alterssicherung bestellt ist, wenn die Finanzmärkte möglicherweise mehrere Jahre in Folge stagnieren oder gar Verluste verbuchen.

ddp/vwd BERLIN. Einige Banken haben mit neuen Anlageformen reagiert. Seit einiger Zeit bieten sie als Alternative zu Renten- oder Aktienfonds Investitionen in Hedgefonds an. Damit sollen Anleger "bei einem überschaubaren Risiko attraktive Renditen erzielen" können, wie beispielsweise die Dresdner Bank für ihr "AI Global Hedge Zertifikat" wirbt. Unabhängig von der Entwicklung an den Weltbörsen streben Hedgefonds Gewinne an. Die Grundidee ist, dass auch bei fallenden Kursen durch Termin- und Arbitragegeschäfte Geld verdient werden kann.

Unter Arbitrage ist die Ausnutzung von Preisunterschieden auf verschiedenen Märkten zu einem Zeitpunkt zu verstehen. Beispielsweise ergäben sich Gewinnmöglichkeiten, wenn eine Daimler-Chrysler-Aktie an der Stuttgarter Börse für 56 Euro gekauft werden könnte, in Frankfurt aber bereits für 57 Euro gehandelt würde. Hedgefonds nutzen derartige Arbitragemöglichkeiten, die Kleinanlegern wegen fehlender Informationen und zu hoher Transaktionsgebühren meist verschlossen sind, systematisch. Da die Preisunterschiede nur für kurze Zeit bestehen und in der Regel sehr gering sind, erzielen auch professionelle Anleger zwar verhältnismäßig sichere, aber vergleichsweise geringe Renditen.

Bislang durften nur Profis Hedgefonds kaufen

Erheblich riskanter sind Termingeschäfte. Hedgefonds können beispielsweise so genannte Leerverkäufe abschließen. Damit verpflichtet sich die Fondsgesellschaft gegenüber einem Geschäftspartner, zu einem künftigen Termin ein bestimmtes Wertpapier zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Liegt der Kurs des Papiers zum Verkaufstermin unter dem vereinbarten Preis, kann der Fonds an der Börse günstig einkaufen und unmittelbar zu dem festgelegten höheren Preis weiterverkaufen. Schätzt der Fondsmanager die Marktentwicklung allerdings falsch ein und der Kurs des Wertpapiers steigt über den festgelegten Preis, entsteht ein (unbeschränkt hoher) Verlust.

Wegen der hohen Risiken waren Investitionen in Hedgefonds bislang professionellen oder sehr wohlhabenden Anlegern vorbehalten. Die Dresdner Bank beziffert das übliche Einstiegsentgelt auf 100 000 bis 5 Millionen US-Dollar. Demgegenüber ist die Mindestanlage beim "AI Global Hedge Zertifikat" mit 10 000 Euro vergleichsweise gering. Auch die Deutsche Bank verlangt für ihr "Xavex HedgeSelect Zertifikat" eine Mindestanlage von 10 000 Euro. Allerdings sollten sich Privatanleger vor Augen führen, dass die Wertentwicklung ihrer Anteile ausschließlich von der Performance der Hedgefonds abhängt, auf denen das Zertifikat basiert. So weist die Dresdner Bank im Verkaufsprospekt darauf hin, dass der Anleger keinen Anspruch auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, Dividenden oder Zinsen hat.

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