Unglück ereignete sich vor Nancy
Zwölf Tote bei Brand in Zug Paris-München

Bei einem Brand in dem Nachtzug Paris-München sind am frühen Mittwochmorgen zwölf Menschen getötet worden, darunter drei Deutsche.

Reuters NANCY/BERLIN. Weitere neun Menschen seien verletzt worden, teilten Behörden der ost-französischen Stadt Nancy mit. Dort war der Zug in der Nacht gestoppt worden, nachdem Bahn-Mitarbeiter an der Strecke Rauch aus dem Zug aufsteigen sahen. Den Angaben zufolge brannten zwei Schlafwagen der Deutschen Bahn. Als mögliche Brandursache nannte ein Polizeisprecher einen Kurzschluss in der Zugelektrik. Im Zug waren insgesamt rund 150 Menschen.

Auswärtiges Amt: Drei Deutsche unter den Toten

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sind unter den Toten drei Deutsche, nachdem zunächst von vier Toten gesprochen wurde. Vier weitere Deutsche hätten Verletzungen erlitten. Getötet worden seien zudem fünf US-Staatsbürger, teilte die amerikanische Botschaft in Paris mit. Unter den Toten seien sechs Männer, fünf Frauen und ein Kind. Nach Angaben der lokalen Behörden in Nancy sind unter den übrigen Verletzten drei Briten, ein Franzose und ein Amerikaner.

Der Zug mit der Nummer D 261 war am Dienstagabend um 22:58 Uhr aus Paris-Ost abgefahren und hätte am Mittwoch um 8:51 Uhr München erreichen sollen. Danach war die Weiterfahrt nach Wien geplant. Der Zug bestand aus Wagen der Deutschen Bahn AG sowie der französischen SNCF und war den Angaben zufolge mit etwa 150 Menschen besetzt. Nach dem Brand stand der Zug auch am Morgen noch bei Nancy auf den Gleisen. Die Behörden brachten die übrigen Passagiere zunächst in einer örtlichen Schule unter.

Bahn-Marketingvorstand Hans-Gustav Koch sagte, bei dem Unglückswagen handele es sich um einen Schlafwagen direkt hinter der Lok. Das Feuer sei offenbar im Betreuerabteil ausgebrochen. Der Waggon stamme aus dem Jahr 1964, sei aber 2001 überholt worden. Einen Feuermelder gebe es im Wagen nicht. "Der Rauchmelder ist der Schaffner", sagte Koch. Dieser habe den Brand bemerkt und den Zug gestoppt.

Ein deutscher Passagier sagte dem Radiosender France Inter, er sei aus dem Waggon entkommen, nachdem er Rauch gerochen habe. "Der Schaffner lief den Gang entlang, geschockt und in Panik, und er sagte immer wieder: 'Ich komme nicht in meinen Wagen, meine Passagiere werden sterben.'" Der Passagier sagte weiter, die Menschen aus dem Wagen hätten sich in die hinteren Waggons geflüchtet.

Die unverletzten Passagiere des in Nancy gestoppten Nachtzuges sollten am frühen Mittwoch Nachmittag mit einem Ersatzzug in Stuttgart ankommen, und der Zug anschließend nach München, das eigentliche Ziel des Nachtzuges, weiterfahren.

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