Unglück im ältesten Tiergarten der Welt
Tierpflegerin in Wiener Zoo von Jaguaren getötet

Im Wiener Tiergarten Schönbrunn ist am Dienstag eine junge Tierpflegerin vor den Augen von Zoobesuchern von drei Jaguaren getötet worden.

Reuters WIEN. Der Direktor des Tiergartens, der Tiroler Tierforscher und-filmer Helmut Pechlaner, wurde beim Versuch, die Mitarbeiterin zu retten, schwer verletzt. Ihm geht es nach einer vierstündigen Operation den Umständen entsprechend gut.

Die 21-jährige Pflegerin habe im Käfig die Fütterung mit Hasenfleisch vorbereitet, als die Jaguare angegriffen hätten, sagte der stellvertretende Direktor des Zoos, Gerhard Kasbauer im österreichischen Rundfunk (ORF). Pechlaner sei durch die Schreie der Frau und der Augenzeugen alarmiert worden und habe sich bemüht, ein Tor zu schließen, um die Raubkatzen in einen Bereich des Geheges zu sperren.

Eine Sprecherin des Zoos hatte zuvor erklärt, dass die Tiere normalerweise nicht von ihrem Käfig in den Bereich gelangen könnten, in dem das Fleisch für die Fütterung ausgelegt werde. Wie es zu dem Unglück habe kommen können, müsse noch untersucht werden, fügte sie hinzu. Kasbauer äußerte im ORF die Vermutung, dass die Pflegerin versehentlich eine Tür offen gelassen habe oder bereits geöffnet habe, bevor sie von den Tieren durch ein Gitter getrennt gewesen sei. Die Frau habe seit fünf Jahren in dem Zoo gearbeitet und viel Erfahrung gehabt. In den vergangenen drei Jahren sei sie für die Großkatzen zuständig gewesen.



Besucher erlitten Schock

Besucher, die vor dem Käfig auf die Fütterung der Tiere gewartet hatten, erlitten als Augenzeugen des Unglücks einen schweren Schock. Der Tiergarten Schönbrunn besitzt drei Jaguare. Für die Raubkatzen werde der Angriff auf die Pflegerin keine Konsequenzen haben, sagte Kasbauer. "Die haben sich so verhalten, wie sich Wildtiere eben verhalten."

Er sagte, in den vergangenen Jahrzehnten habe es keinen so schweren Unfall in Schönbrunn gegeben. Zur Verletzung des 55-jährigen Direktors Pechlaner hieß es, er sei ins Krankenhaus gebracht und an der Hand operiert worden. Ein Prankenhieb habe Venen an seinem linken Handrücken aufgerissen, sagte ein Arzt. Pechlaner habe viel Blut verloren.

Am Neujahrstag 2002 wurde eine Touristin in dem Zoo von einem weißen Wolf gebissen, den sie hatte streicheln wollen. Die Frau erlitt schwere Verletzungen und musste acht Tage im Krankenhaus verbringen. Sie war auf die Schultern ihres Begleiters gestiegen, um durch eine Luke in das Gehege zu greifen und den Wolf zu berühren.

Der Zoo im Park des Schlosses Schönbrunn wurde 1752 vom Ehemann von Kaiserin Maria Theresia gegründet und gilt als ältester Tiergarten der Welt, der bis heute besteht.

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