Unglücksmaschine soll bereits 1994 einen Unfall gehabt haben
Luftfahrtbundesamt ordnete Kontrollen der Airbus-Flugzeuge an

Nach dem Absturz eines Airbus über New York haben die Behörden in den USA, Deutschland und Frankreich angeordnet, die Leitwerke zahlreicher Maschinen zu prüfen. Betroffen ist vor allem der Unglücks-Typ A300-600. Die bisherigen Ermittlungen legen nahe, dass ein möglicher Materialdefekt des Seitenleitwerks den Absturz mitverursacht haben könnte.

dpa NEW YORK. Die Lufthansa teilte am Freitag mit, sie untersuche 7 ihrer 14 Airbus A300, die ähnlich wie der Unglücks-Jet gebaut seien. Die American-Airlines-Maschine riss am Montag 260 Menschen an Bord in den Tod; im Stadtteil Queens kamen vermutlich fünf Menschen ums Leben.

Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig ordnete am Freitag Kontrollen für 14 in Deutschland zugelassene Flugzeuge vom Typ Airbus A300-600 sowie 12 des etwas kleineren A310 an. Angaben zu den Fluggesellschaften machte das Amt nicht. Wie die französische Luftfahrtbehörde DGAC mitteilte, sind weltweit 407 Maschinen bei 30 Betreibern betroffen. Darunter fallen 242 Maschinen vom Typ A300-600 und 165 vom Typ A310.



Die Lufthansa überprüft nach dem Unglück sicherheitshalber die Leitwerke von 7 Maschinen des Typs A300 und alle 5 Flugzeuge des Typs A310. Die ersten Leitwerke sollten noch am Freitagabend mit Mikroskoptechnik untersucht werden, wie eine Sprecherin in Frankfurt mitteilte. Die Kontrollen dürften bis Montag abgeschlossen sein. Die betroffenen Flugzeuge haben laut Lufthansa Seitenleitwerksaufhängungen in Verbundbauweise aus Kohlefaser, die reparaturfrei und im Originalzustand sind. Andere europäische Airlines wie KLM, British Airways (BA), Virgin Atlantic und British Midland gaben an, sie hätten keine betroffenen Maschinen in ihrer Flotte.

Die Leiterin der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB, Marion Blakey, sagte, dass sich die Suche nach der Absturzursache jetzt auf die Beschaffenheit des Leitwerks konzentriere. "Das Material ist uns besonders wichtig", erläuterte Blakey dem Nachrichtensender CNN. Sie hob hervor, dass das Leitwerk der Absturz-Maschine nicht aus Aluminium, sondern aus einem Verbundmaterial bestehe.



Eine Auswertung des Flugdatenschreibers des Unglücks-Airbus hatte ergeben, dass die Heckflosse Sekunden vor dem Absturz keine brauchbaren Daten mehr gesendet hat. Nach CNN-Angaben geriet die Maschine der American Airlines kurz vor der Katastrophe zwei Mal in Turbulenzen eines vorausfliegenden Jumbo-Jets. Dann brachen das Leitwerk sowie die beiden Triebwerke ab, und der Flieger stürzte vom Himmel.

CNN zufolge war das jetzt abgestürzte Flugzeug 1994 über der Karibikinsel Martinique schon einmal in schwere Turbulenzen geraten. Dabei habe es 47 Verletzte gegeben. Experten schlössen nicht aus, dass eine gewisse Materialschwäche zurückgeblieben sein könnte. In der Geschichte der Luftfahrt ist nach NTSB-Angaben bisher nur ein einziger Fall bekannt, in dem sich das Seitenleitwerk vom Rumpf löste. In den 60er Jahren verlor eine B52 der US Airforce beim Testflug die Heckflosse.

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