Unglücksschiff soll geborgen werden
Tanker Havarie: Ausgelaufenes Öl soll geborgen werden

Reinigungstrupps bereiten sich auf die Beseitigung des ausgelaufenen Öls vor. Der verunglückte Tanker soll heute geborgen werden.

dpa-afx KOPENHAGEN/STRALSUND. Nach der Havarie des Öltankers "Baltic Carrier" in der Ostsee bereiten sich Reinigungstrupps auf die Beseitigung des ausgelaufenen Öls vor. Außerdem soll das Unglücksschiff heute (Freitag) geborgen werden.

In der Nacht zum Freitag trieb nach dänischen Angaben ein 100 mal 130 Meter großer Ölteppich auf die Inseln Falster und Mön zu. Ölbekämpfungsschiffe schöpften Teile von ihm ab. Nach Angaben von Experten vor Ort treiben weitere Ölteppiche auf die dänische Küste zu. Das Ausmaß der Verschmutzung könne aber erst bei Tagesanbruch abgeschätzt werden. Nach Auskunft des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund besteht gegenwärtig keine Gefahr, dass das ausgelaufene Öl auf die deutsche Küste zutreibt.

1 900 Tonnen Öl sind ausgelaufen

Den dänischen Behörden zufolge liefen bis zu 1 900 Tonnen Öl aus dem Tanker aus, nachdem ihn ein zyprischer Zuckerfrachter am frühen Donnerstagmorgen gerammt hatte. Ursache der Kollision könnte nach ersten Erkenntnissen menschliches Versagen sein. Ein Vertreter des für die Reinigung verantwortlichen dänischen Marine-Kommandos sagte, die Versicherung des havarierten Tankers solle die Kosten für die Öl-Beseitigung tragen.

Ein insgesamt 15 Kilometer langer, in einzelne Stücke zerrissener Ölteppich war am Abend auf den Grönsund zwischen den dänischen Inseln Mön und Falster zugetrieben. Er bedroht Fischbestände sowie Zehntausende von Schwänen, Gänsen und Enten. Reinigungstrupps standen für den schlimmsten Fall bereit.

Vogelbrutgebiete in Gefahr

Ein 30 mal 100 Meter großes Stück war am Abend durch die Meerenge gezogen und hatte die seichten Gewässer eines Naturschutzgebietes erreicht, wo tausende Vögel brüten. Wind und Strömungen machten es den Experten unmöglich vorherzusagen, ob und wo das Öl die dänische Küste erreichen könnte. Nach dänischen Angaben drehte die Strömung am späten Abend und trieb das Öl wieder in Richtung Süden.

Zwei dänische und ein deutsches Ölbekämpfungsschiff hatten zuvor vergeblich versucht, das Öl aufzufangen. In stürmischer See bei Windstärken von 8 bis 9 und bei einem Wellengang von zwei bis drei Metern konnten die Schiffe bis zum Nachmittag keine Ölsperren auslegen. Anderen Spezialschiffen gelang es dänischen Angaben nach, einen Teil des Heizöls aus dem Wasser zu pumpen.

Öltanker stieß mit Frachter zusammen

Der Frachter "Tern" hatte den Tanker unter Flagge der pazifischen Marshall-Inseln in der so genannten Kadetrinne rund 13 Seemeilen nördlich der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern seitlich gerammt und ein rund 50 Quadratmeter großes Loch in dessen Außenwand gerissen. Der Tanker war mit 35 000 Tonnen Heizöl beladen, wie die Cuxhavener Bundesbehörde mitteilte. Dänische Behörden sprachen von 25 000 Tonnen. Wegen ihrer geringen Breite und Tiefe gilt die viel befahrene Kadetrinne zwischen Darß und Falster als schwieriges Revier. Die Kadetrinne gehört mit jährlich 55 000 Schiffen zu den am stärksten befahrenen Seestraßen der Welt.

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