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Unilever kämpft gegen Umsatzrückgang - Aktie sinkt auf 4-Jahres-Tief

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever hat im dritten Quartal wegen starker Konkurrenz und schlechtem Sommerwetter erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen.

dpa-afx LONDON. Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever hat im dritten Quartal wegen starker Konkurrenz und schlechtem Sommerwetter erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Seinen im September gesenkten Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Hersteller von Lipton-Eis-Tee, Iglo und Knorr am Mittwoch in London, kündigte aber gleichzeitig eine Überarbeitung der Prognose bis 2010 an. Die Aktie fiel nach Veröffentlichung der Zahlen zeitweise auf den niedrigsten Stand sei vier Jahren.

Für 2004 erwartet Unilever nach wie vor einen Anstieg des Gewinns je Aktie (EPS) vor Sonderposten im niedrigen einstelligen Bereich. Vor der überraschenden Senkung der Prognose im September hatte der Konzern noch ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich vorhergesagt. Die Ergebnisse der Überarbeitung der langfristigen Prognose bis 2010 sollen zusammen mit den Gesamtjahreszahlen veröffentlicht werden.

'Nicht Zufrieden'

Im dritten Quartal gingen die Erlöse um vier Prozent auf 10,641 Mrd. Euro zurück. Der Überschuss kletterte um sechs Prozent auf 883 Mill. Euro. Der operative Gewinn vor Sonderposten, Goodwill-Abschreibungen und immateriellen Vermögenswerten ging um drei Prozent auf 1,848 Mrd. Euro zurück und der Gewinn vor Steuern sank um zwei Prozent auf 1,318 Mrd. Euro. Der Reingewinn vor Sonderposten kletterte um drei Prozent auf 1,187 Mrd. Euro. Die Zwischendividende soll 0,63 Euro je Aktie betragen.

"Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung", sagten Antony Burgmans und Patrick Cescau von der Konzernleitung. Finanzvorstand Rudy Markham erklärte, es gebe keine Anzeichen für ein Abflauen des starken Wettbewerbsdrucks. Deshalb habe Unilever Schritte unternommen, um den Umsatz anzukurbeln und eine längerfristig dauerhaft profitable Entwicklung sicherzustellen. Unilever wolle aber im vierten Quartal auch "deutlich mehr" für Werbung ausgeben. Hinzu kämen Preisanpassungen und eine Beschleunigung des im vergangenen Jahr eingeführten Sparprogramms, das jährlich 700 Mill. Euro an Kostenreduzierungen bringen soll.

Schlechter Sommer

Als Folge des schlechten Sommerwetters vor allem im nördlichen Europa seien die Verkäufe von Eis und Eistee sehr viel geringer gewesen als erwartet, berichtete das Unternehmen. Bei den Artikeln der persönlichen Hygiene sei der Umsatz vor allem in Europa und Asien dramatisch gesunken. Ausschlaggebend war laut Marktbeobachtern die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, aber auch die Billigkonkurrenz der Discounter. Bei den 400 führenden Marken, mit denen Unilever 95 Prozent seines Gesamtumsatzes macht, wurde laut Unternehmensangaben ein Umsatzrückgang um 0,9 Prozent registriert.

Die Anleger reagierten skeptisch auf die Ankündigung, die Investitionen in der Werbung auszuweiten. Dies würde die Ertragslage belasten. Ein Amsterdamer Analyst verwies auf den "unsicheren Ausblick", der die Aktie belaste. Die Aktie verlor nach einem freundlichen Auftakt an der Amsterdamer Börse gegen 15.20 Uhr 0,12 Prozent auf 44,91 Euro. In London wurde sie 0,61 Prozent schwächer bei 446,75 Pence gehandelt.

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