Unilever-Marke
"Bifi" leidet unter BSE-Krise

Die "Bifi"-Umsätze seien seit Beginn der BSE-Krise Ende 2000 um 30 bis 40 % zurückgegangen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Unilever Deutschland, Johann C. Lindenberg.

Reuters HAMBURG. Unilever Deutschland hat im Geschäft mit Fleischwaren wegen der BSE-Krise Umsatzeinbußen verzeichnet. Der "BSE-Schock" habe das Unternehmen insbesondere bei dem Verkauf ihres Spitzenproduktes "Bifi" äußerst unangenehm getroffen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Unilever Deutschland, Johann C. Lindenberg, am Dienstag in Hamburg. Die "Bifi"-Umsätze seien seit Beginn der BSE-Krise Ende 2000 um 30 bis 40 % zurückgegangen. In ihrem Ansbacher Fleischwarenzerlegebetrieb habe die Firma deswegen sogar Kurzarbeit angemeldet. Die Umsatzrückgänge seien jedoch durch Zuwächse in anderen Bereichen kompensiert worden.

Lindenberg betonte, dass die "Bifi"-Snacks "ausschließlich aus Muskelfleisch hergestellt werden" und darum "frei von BSE-Risiken sind". Das sei den Verbrauchern jedoch leider nicht zu vermitteln gewesen. Nach Lindenbergs Ansicht trägt die BSE-Diskussion in Deutschland "hier und da leicht hysterische Züge". Das Risiko, "auf dem Weg zum Fleischer überfahren zu werden, ist allemal größer als an BSE zu erkranken", sagte der Chef von Unilever Deutschland.

"Ruinöser Preisverfall"

Lindenberg kritisierte heftig den "ruinösen Preisverfall" insbesondere bei Nahrungsmitteln in Deutschland. In keinem anderen Land Europas sei "bei Lebensmitteln ein derartiger Werteverfall zu beobachten", sagte der Chef von Unilever Deutschland. Er hoffe, dass im laufenden Jahr nicht wieder "an der Preisschraube gedreht wird und uns eine abermalige Preisschlacht bevorsteht". Preiserhöhungen seien insbesondere in der zweiten Hälfte dieses Jahres wegen der Einführung des Euro nicht zu erwarten, prognostizierte Lindenberg.

Insgesamt war der Umsatz der Unilever Gruppe im Jahr 2000 nach Lindenbergs Angaben mit 5,85 Mrd. Mark nach 6,23 Mrd. Mark im Vorjahr um 6 % rückläufig. Als Gründe für den Rückgang nannte Lindenberg die Einstellung ertragsschwacher Geschäfte sowie den schlechten Sommer, durch den das Geschäft mit Speise-Eis schlechter gelaufen sei. Das Betriebsergebnis vor Steuern habe mit 541,0 (537,0) Mio. Mark leicht über dem Wert des Jahres 1999 gelegen, sagte Lindenberg.

Das Geschäftsjahr 2001 sei bislang planmäßig verlaufen, sagte Lindenberg weiter. Für das Gesamtjahr erwartet Unilever Deutschland den Angaben zufolge eine Steigerung des Gewinns um etwa zehn Prozent sowie eine erhebliche Ausweitung des Umsatzes. Zukünftig werde Unilever Deutschland die Anzahl der Produkte verringern und sich auf das Geschäft mit den stärkeren Marken konzentrieren.

Zu den Unilever-Marken gehören unter anderem "Rama", "Du darfst", "Langnese Iglo" sowie die Hygiene-Produkte "Axe", "Rexona" und "Domestos". Außerdem gehören seit dem Erwerb von Bestfoods Deutschland im vergangenen Jahr auch Marken wie "Knorr", "Pfanni" und "Mazola" zu Unilever.

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