Union hält Schreiber für unglaubwürdig
Neumann kehrt "voller Unbehagen" aus Toronto zurück

Nach der Vernehmung des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber in Kanada fährt der Vorsitzende des Spenden- Untersuchungsausschusses, Volker Neumann (SPD), "voller Unbehagen" zurück nach Deutschland. In den ARD -"Tagesthemen" bekräftigte Neumann am Dienstagabend, dass Schreiber mit seinen Finanz-Vorwürfen gegen die CSU "eine Neuheit auf den Markt geworfen hat, von der wir nicht wissen, ob sie wahr ist oder nicht wahr ist".

dpa TORONTO/BERLIN. Der Ausschussvorsitzende betonte erneut, Schreiber habe für seine angebliche Zwei-Millionen-Mark-Spende an die CSU keine Belege vorgelegt. "Er hat gesagt, dass er diese Gelder bar abgehoben hat von einem Konto. Diese Kontounterlagen liegen uns vor, zur Barabhebung." Die einzigen Zeugen für den weiteren Weg des Geldes seien tot.

Zur Glaubwürdigkeit Schreibers sagte Neumann: "Er hat für alles plausible Erklärungen. Aber wir wissen ja, dass plausible Erklärungen nicht ausreichen für die Wahrheitsfindung, sondern es muss daneben noch weitere Zeugenaussagen geben oder Sachbeweise."

Schreiber selbst hatte nach seiner Vernehmung in Toronto vor Journalisten bekräftigt, dass er in den Jahren 1991 und 1992 zwei Mill. DM gezahlt habe, die der CSU zukommen sollten. Dass er dafür keine Beweise vorlegen konnte, liege in der Natur der Sache. "Ich habe nie behauptet, dass es in diesem Job Beweise gibt. In diesem Geschäft gibt es keine Quittungen."

Die Union wertete Schreiber als völlig unglaubwürdig. Obmann Andreas Schmidt sagte zu der Reise nach Toronto: "Außer Spesen nichts gewesen." Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele schloss nicht aus, dass sich für Schreibers Behauptungen doch noch Belege finden ließen. Einig waren sich die Parlamentarier darin, dass der Ausschuss diese Fragen vor Abschluss der Beweisaufnahme an diesem Donnerstag nicht mehr klären könne. Allerdings könne der bayerische Untersuchungsausschuss hier ansetzen.

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