Union macht sich Arbeit leicht
Maiaufruf oder: Ich war ein Joghurtbecher

Kein 1. Mai ohne Maiaufruf. Das gehört so, und deshalb wird es so gemacht. Vom DGB, logo. Von den Sozialdemokraten auch. Und die Unionschristen können da nicht hinten anstehen. Man ist schließlich Volkspartei, und Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm immer noch Mitglied der IG Metall.

In diesem Jahr allerdings machten sich die CDU-Mai-Aufrufer die Arbeit zum Tag der Arbeit leicht. Der Unions-Arbeiternehmerflügel Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), traditonell für das Verfassen gesalbter Worte zum 1. Mai zuständig, griff einfach in die Mottenkiste der Polit-Agitation - und zauberte vier Jahre alten Lesestoff hervor. "Der Maiaufruf des DGB aus dem Wahljahr 1998 ist heute brandaktuell", frotzeln die Unionschristen auf der CDU-Homepage . Sie verzichte deshalb auf einen eigenen Aufruf, erklärt die CDA - und piesackt Kanzler Schröder mit den ollen Wählt-Kohl-ab-Parolen wie "Deutschland braucht eine andere Politik" oder "Ein Kurswechsel ist notwendig".

Mai-Aufruf-Recycling - das ist eine nette Idee. Spart viel Arbeit. Wir sind gespannt, welches alte politische Motto die Union in vier Jahren hervorkramt, sollte Stoiber dann womöglich Kanzler sein. Die SPD hat da aktuell einiges an passenden Durchhalteparolen zu bieten.

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