Union: Riesters Rentenrechnungen geraten weiter unter Druck
Sachverständige fordern Anhebung des Rentenalters

Das Renteneintrittsalter sollte nach Meinung des Sachverständigenrats ab 2011 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Nur so sei es möglich, dass Ziel der Rentenreform 2001, den Beitragssatz bis zum Jahr 2030 auf maximal 22 % zu begrenzen, einzuhalten, heißt es in dem neuen Jahresgutachten.

sm BERLIN. Die Wirtschaftsweisen akzeptieren den Plan von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD), die gesetzliche Mindestreserve der Rentenversicherung von einer auf 0,8 Monatsausgaben zu senken, um eine Anhebung der Rentenversicherungsbeiträge im kommenden Jahr zu vermeiden, als "das kleinere Übel". Eine weitere Senkung der Schwankungsreserve solle aber "nicht zur Debatte stehen", betonen die Ökonomen.

Nach Ansicht des CDU-Rentenexperte Andreas Storm hat der Rat dabei offenbar übersehen, dass die Rentenrücklage bereits im kommenden Jahr unter 0,8 Monatsausgaben sinken werde, falls sich Wirtschaft und Beschäftigung entsprechend der Ratsprognose entwickelten und nicht der optimistischeren Vorhersage der Bundesregierung folgten. Nach Storms Berechnungen würde bei einem konstanten Rentenbeitragssatzes von 19,1 % und unter den Annahmen des Rates die Rücklage im kommenden Jahr auf 0,72 Monatsausgaben sinken.

Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) hatte bereits darauf hingewiesen, dass Riesters Rentenrechnung für 2002 nur unter optimistischen Annahmen zu halten sei. Riesters Parlamentarische Staatssekretärin Ulrike Mascher (SPD) wertete das Gutachten dagegen als eine Bestätigung der rot-grünen Rentenpolitik. Die Regierung werde den Beitrag senken, sobald dies möglich sei, versprach Mascher.

Ebenso wie die Union und der VDR zweifeln auch die Wirtschaftsweisen daran, dass Riesters Ziel, den Beitragssatz bis 2030 bei maximal 22 % zu begrenzen, durch die im Mai beschlossene Rentenreform erreicht werden kann. Der Sachverständigenrat fordert daher, "möglichst bald die schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab dem Jahr 2011 anzukündigen". Dann solle jedes Jahr das Rentenalter um einen Monat erhöht werden, so dass die Altersgrenze bis 2035 von 65 auf 67 Jahre steige, rechtzeitig bevor der Anteil der Alten an der Bevölkerung sein Maximum erreiche. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters um ein Jahr entlaste die Beitragszahler dauerhaft um 0,8 Prozentpunkte, zitieren die Gutachter VDR-Berechnungen.

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