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Union: Schwesterparteien bestreiten Zerwürfnis

Berlin/München (dpa) - Angebliche Bemerkungen des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber über die mangelnde Regierungsfähigkeit von CDU-Chefin Angela Merkel und ihres FDP-Kollegen Guido Westerwelle haben in der Union für große Unruhe gesorgt.

Berlin/München (dpa) - Angebliche Bemerkungen des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber über die mangelnde Regierungsfähigkeit von CDU-Chefin Angela Merkel und ihres FDP-Kollegen Guido Westerwelle haben in der Union für große Unruhe gesorgt.

Nach Berichten des «Münchner Merkur» und der «Bild»-Zeitung hält der bayerische Ministerpräsident Merkel und Westerwelle nicht für das «Duo der Zukunft». Stoiber soll laut «Münchner Merkur» bei einem Treffen mit CSU-Sozialpolitikern ferner gesagt haben: «Die können Schröder und Fischer nicht das Wasser reichen.» Aus den Reihen von CDU und CSU wurden die Stoiber zugeschriebenen abwertenden Äußerungen allerdings dementiert.

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, ein Teilnehmer der Gesprächsrunde in der vergangenen Woche in der Münchner Staatskanzlei, sagte der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag), dabei sei es nicht um eine persönliche Abrechnung zwischen Stoiber und Merkel sowie Westerwelle gegangen. Die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU), ebenfalls Teilnehmerin des Gesprächskreises, sagte der dpa: «Ich selber habe diese Bemerkung nicht gehört.»

Als «Quatsch» bezeichnete CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer in Berlin die Berichte über die angeblichen Stoiber-Äußerungen. Diese Bemerkungen habe es so nicht gegeben, hätten ihm Kollegen aus München erläutert. Auch sein CSU-Kollege Markus Söder dementierte im ZDF -«Morgenmagazin» die angeblichen Bemerkungen. Nicht gefallen sind laut Seehofer auch Äußerungen, wonach es die Union schwer haben werde, «mit einer ostdeutschen Protestantin und einem Junggesellen aus Bonn» das bürgerliche Lager zu erreichen.

«Bild» berichtete, der bayerische Ministerpräsident habe deutlich machen wollen, dass Union und FDP bei der Bundestagswahl 2006 in der besten Formation antreten müssten, um die gesamte Bandbreite des bürgerlichen Lagers anzusprechen. Stoiber soll unter Hinweis auf die langjährige Regierungserfahrung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seines Außenministers Joschka Fischer (Grüne) wörtlich gesagt haben: «Wir haben es nicht mit Leichtmatrosen zu tun.»

Scharfe Kritik kam aus der FDP. Deren stellvertretender Vorsitzender Rainer Brüderle warf Stoiber in der «Bild»-Zeitung (Donnerstag) vor: «Erst spielt er immer mehr den schwarz lackierten Sozialdemokraten, jetzt macht er auch noch Wahlkampfhilfe für Rot- Grün.» Die Grünen meinten, «ausnahmsweise» seien sie mit Stoiber einer Meinung, wonach Merkel und Westerwelle kein Duo für die Zukunft seien.

Stoiber war Kanzlerkandidat von CDU und CSU bei der vergangenen Bundestagswahl. Eine Entscheidung für die Kanzlerkandidatur 2006 ist noch nicht gefallen. Merkel werden aber große Chancen eingeräumt. Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach sagte dem «Kölner Stadtanzeiger» (Donnerstag), er gehe weiterhin von Stoibers Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur aus. Falls Merkel Kandidatin sein wolle, sei sie aber klare Favoritin.

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