Unions-Wirtschaftspolitiker will Manager mit persönlich haftenden Gesellschaftern gleichstellen
Immerhin originell

Sechs Wochen noch, dann haben wir es geschafft. Dann wird gewählt in Deutschland.

Und das ist schon deshalb ein Grund zur Freude, weil wir dann hoffentlich wieder für einige Zeit von Vorschlägen verschont bleiben, wie ihn der CDU-Wirtschaftspolitiker Hartmut Schauerte gestern gemacht hat.

Vorstände von Aktiengesellschaften, so will es der stets hart vor dem Wind des Zeitgeists segelnde Schauerte, sollen mit ihrem persönlichen Vermögen für "Fehlentwicklungen im Unternehmen" haften - und zwar unabhängig von ihrem Verschulden. Im Klartext: Geht im Unternehmen etwas schief, muss der Vorstand zahlen - ob er etwas dafür kann oder nicht.

Dass müsse der Mittelständler schließlich auch, begründet Schauerte seinen Vorstoß. Richtig. Nur, dem Mittelständler gehört das Unternehmen schließlich. Er ist derjenige, der das unternehmerische Risiko eingeht. Der Vorstand dagegen ist Angestellter, ihm gehört das Unternehmen nicht, er ist nicht der Unternehmer. Schauertes Vorschlag würde darauf hinauslaufen, dass jeder Vorstand als eine Art persönlich haftender Nicht-Gesellschafter fungieren müsste.

Originell ist Schauertes Vorstoß in jedem Fall. Und das ist ja auch etwas wert in diesen Zeiten des Wahlkampfs. Eine ganz andere Frage ist, ob die Union auch nach der Wahl noch an diese Anregung erinnert werden möchte. Ob Schauerte sich mit solchen Ideen für ein Regierungsamt empfiehlt, mögen im Falle eines Unions-Wahlsiegs die Parteioberen entscheiden.

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