Universal Studios ist Partner für 1,7 Mrd. DM-Projekt
Thyssen Krupp plant riesigen Freizeitpark in Krefeld

Die Thyssen Krupp Immobilien GmbH, Essen, eine Tochter des Thyssen Krupp-Konzerns, plant im niederrheinischen Krefeld einen der größten Freizeitparks Europas. "Mit einem geplanten Investitionsvolumen von 1,7 Mrd. DM und 7000 prophezeiten neuen Vollzeitarbeitsplätzen wäre nur die europäische Ausgabe von Disneyworld bei Paris größer," meint Wolfgang Bornträger, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitunternehmen (VDFU).

DÜSSELDORF. Bis auf wenige Ausnahmen bestimmen mittelständische Unternehmen das Geschäft mit Freizeitparks in Deutschland. Große Konzerne haben sich mit den Kopien erfolgreicher US-Parks bislang eine blutige Nase geholt. Ein in der Branche schon legendäres Negativ-Beispiel ist der amerikanische EntertainmentKonzern Warner Bros. mit der Movie World in Bottrop (Ruhrgebiet).

"Wir planen weder eine Kopie der Movie World noch ein Einzelhandelszentrum nach dem Vorbild des Centro in Oberhausen," betont Peter Lampe, Chef der Geschäftsführung bei Thyssen Krupp Immobilien. Das Projekt mit dem sperrigen Namen International Entertainment Center (IEC) versteht sich als Mischung aus Themenpark zu Hollywood-Filmen wie dem Dino-Streifen Jurassic Park, Gastronomie und Hotellerie, einem Bad im Karibik-Design sowie einem Kongresszentrum und einer Einkaufsmeile.

Ähnliche Parks auch in Los Angeles und Osaka

Die Pläne für den Freizeitpark sind jedoch früher bekannt geworden, als es Thyssen Krupp recht ist. Denn noch ist nichts in trockenen Tüchern. Insbesondere die Finanzierung steht noch keineswegs. Die mit der Vermarktung des 74 Hektar großen ehemaligen Hüttengeländes beauftragte Thyssen Krupp-Tochter hat mit dem Lizenzgeber Universal Studios bislang nur eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet. Universal betreibt weltweit sechs ähnliche Parks, unter anderem in Los Angeles und Osaka. Bis zum Sommer wird das Konzept "tatkräftig ausgearbeitet", sagt Lampe. 2005 könnte der Park die Pforten öffnen. Er soll jährlich 600 Mill. DM Umsatz einspielen. Kalkuliert wird mit 3,5 Millionen Besuchern.

Ob Thyssen Krupp diese optimistischen Zahlen erreicht, scheint zweifelhaft. Die Kalkulation sei gewagt, bestätigt Bornträger. In dem mit Freizeitparks gesegneten Nordrhein-Westfalen werde es ein Hauen und Stechen um die Besucher geben. Bornträger bezweifelt außerdem, dass 7000 neue Arbeitsplätze entstehen. Vergleichbare Parks kämen mit einigen hundert festen Mitarbeitern aus. Eindringlich warnt er vor Subventionen. Schließlich habe Movie World insgesamt 100 Mill. DM erhalten, ohne bisher die schwarzen Zahlen zu erreichen.

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