"Unnötig unter Druck gesetzt"
Experte zur Börsenreform: "Details unausgegoren"

"Die große Linie stimmt - die Details sind unausgegoren." Das sagte ein Aktienstratege eines deutschen Finanzhauses zur neuen Aktienmarktsegmentierung der Deutsche Börse AG, Frankfurt

vwd FRANKFURT. Börsen-Vorstandsmitglied Volker Potthoff habe sich "unnötig" unter Druck gesetzt, indem er Teile des Plans anscheinend "vorschnell" veröffentlicht habe, so der Stratege mit Blick auf einen Zeitungsbericht. Die Börse könne nun nicht mehr zurückrudern und habe das "Grobkonzept veröffentlicht", obwohl detaillierte Ausarbeitungen fehlten. Der Reformbedarf sei gegeben, weil das vierte Finanzmarktförderungsgesetz den Amtlichen Handel und den Geregelten Markt beende und damit auch den Neuen Markt als privatrechtlich organisierten Teil des Geregelten Markts. "Die neue Segementierung nach Transparenz ist sinnvoll", so der Stratege weiter. Er gehe davon aus, dass alle Dax-Unternehmen die "Transparenz-Standards" übererfüllten und damit zum neuen Premium-Segment gehörten. Unterhalb dieses Premium-Segments werde es das Standardsegment geben und darunter ein Segment mit vergleichsweise geringen Transparenz-Anforderungen, also vergleichbar mit dem bisherigen Freiverkehr oder Telefonhandel. Unausgegoren seien dagegen die Index-Vorstellungen, so der Stratege. Hier gebe es anscheinend noch gar kein Konzept. Eine Reform sei überfällig. Logistik-Werte hätten im Neuen Markt nie etwas zu suchen gehabt, wenn man den Neuen Markt als Technologie-Segment verstanden habe. "Logistik hatte schon Alexander der Große in der syrischen Wüste", so der Aktienstratege. Zum einen seien Indizes über die neuen Segmente möglich, unterteilt und ergänzt wiederum in branchenorientierte Indizes. Die gebe es aber bereits über die Euro-Stoxx-Unterteilung und den CDax, hieran werde sich die Börse trotz der aktuellen Äußerungen vermutlich auch künftig anlehnen.

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