Uno erkennt Arafat weiterhin an
Westjordanland: Tote bei Gefecht mit Bus-Angreifern

Bei der Verfolgung der Attentäter, die am Dienstag einen Bus beschossen und sieben Israelis getötet hatten, sind israelische Soldaten am Mittwoch im Westjordanland in ein zweistündiges Gefecht mit Palästinensern verwickelt worden. Aus Militärkreisen verlautete, dabei seien ein Palästinenser und ein Israeli getötet worden.

Reuters JERUSALEM. Der Schusswechsel habe sich im Kana-Tal unweit der Siedlung Emmanuel zwischen Kalkilja und Nablus ereignet, wo der Bus am Vortag durch eine Bombe gestoppt und beschossen worden war. Unter den sieben Toten sind nach Angaben von Ärzten ein neun Monate altes Kleinkind und eine schwangere Frau, deren Baby durch Kaiserschnitt nicht mehr gerettet werden konnte. Die Armee verfolgte die drei oder vier Attentäter, die zur Tarnung israelische Uniformen angelegt hatten. Israel sagte am Mittwoch ein für den Nachmittag geplantes Treffen mit den Palästinensern ab. Ein Regierungssprecher begründete dies mit der Beisetzung der Toten des Bus-Überfalls. Das Treffen werde möglicherwiese am Donnerstag stattfinden.

Drei anti-israelische Organisationen bekannten sich zu dem Anschlag am Dienstag, der kurz vor einer Konferenz der Nahost-Kontaktgruppe verübt wurde. Bei den Gesprächen des Quartetts - Vereinte Nationen (UNO), Europäische Union (EU), USA und Russland - in New York konnten die Beteiligten zunächst keine Einigung über wichtige Voraussetzungen für die Wiederbelebung des Friedensprozesses und den Umgang mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat erzielen. Alle Teilnehmer stimmen dabei jedoch in dem Ziel überein, einen Palästinenser-Staat zu schaffen, der in Frieden mit Israel existiert.

US-Außenminister Colin Powell bekräftigte die US-Haltung, Arafat müsse als Chef der Regierung für die autonomen Teile des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens abgelöst werden. Uno-Generalsekretär Kofi Annan betonte dagegen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, die Uno erkenne Arafat weiterhin an und werde solange mit ihm zusammenarbeiten, bis das palästinensische Volk anders entscheide. Ähnlich äußerten sich Russland und die EU. Arafat hat für Januar Wahlen in den Autonomie-Gebieten angesetzt.

Einig war sich das Quartett, eine von den USA geleitete Gruppe zu entsenden, die der Palästinenser-Regierung bei der Umstrukturierung ihrer Sicherheitsdienste helfen soll. Auch dies hat US-Präsident George W. Bush zur Bedingung für die Gründung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und im Gaza-Streifen gemacht. Wegen der Besetzung dieser Gebiete begannen die Palästinenser im September vor zwei Jahren einen Aufstand, in dessen Verlauf auf beiden Seiten fast 2000 Menschen getötet wurden.

Die drei radikalen Organisationen, die sich zu dem Anschlag auf den Bus bekannten, sind die El-Aksa-Brigaden, die aus der Fatah-Organisation von Arafat hervorgegangen sind, die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) und die zur Hamas-Organisation gehörenden El-Kassam-Brigaden. Die israelische Regierung machte erneut die Autonomie-Regierung Arafats verantwortlich für "den Terror gegen Israel". Arafats Regierung verurteilte die Tötung von Zivilisten in den besetzten Gebieten. Bisher hatte sich die Palästinenser-Regierung nur gegen Anschläge auf Zivilisten in Israel selbst gewandt, zu Anschlägen in den besetzten Gebieten jedoch geschwiegen.

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