"UNO-Forderungen sind ungerecht"
Irak: Raketen-Zerstörung kann Samstag beginnen

Irak wird nach Angaben aus irakischen Kreisen der Forderung der UNO nach Zerstörung seiner "El Samud 2"-Raketen nachkommen.

Reuters NEW YORK. Die Vernichtung der Waffen könne am Samstag beginnen, hieß es am Freitag in den Kreisen. Bestätigt wurde ein Brief an UNO - Chefinspektor Hans Blix, in dem die Einhaltung der Forderung bestätigt wurde. Blix hatte Irak bis Samstag eine Frist gesetzt, mit der Zerstörung der Raketen zu beginnen. Aus Kreisen der Vereinten Nationen (UNO) war zuvor verlautet, Irak habe der Zerstörung der verbotenen Raketen prinzipiell zugestimmt. Die USA hatten dies als bedeutungslos zurückgewiesen.

Die Forderungen der UNO seien ungerecht und "scheinen ein politisches Ziel zu haben", hieß es in den irakischen Kreisen. Die UNO hatte erklärt, die Raketen überschritten die zulässige Reichweite von 150 Kilometern. Blix soll dem UNO-Sicherheitsrat in den kommenden Tagen einen schriftlichen Bericht über die Arbeit seiner Inspektoren vorlegen. Die USA werfen Irak vor, die Abrüstungsvorgaben der UNO nicht zu erfüllen und haben erklärt, das Land notfalls mit Gewalt entwaffnen zu wollen. Irak hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Bush spricht von Täuschungsmanöver

Rumsfeld sagte, das Verhalten Saddams in der Raketenfrage folge einem seit Jahren eingeübten Muster. Erst wenn eine Frage für ihn bei den Vereinten Nationen zum Problem werde, werfe Saddam in letzter Minute das Handtuch und sage: "Ja gut, vielleicht werde ich das tun." US-Präsident George W. Bush hatte zuvor jeden Plan Iraks zur Zerstörung der Raketen als Täuschungsmanöver bezeichnet. Gemeinsam mit Großbritannien dringen die USA im UNO-Sicherheitsrat darauf, militärische Gewalt gegen Irak zur Durchsetzung der Abrüstungsforderungen zu legitimieren. Der Rat beriet am Donnerstag erstmals über einen neuen Resolutionsentwurf, den die USA, Großbritannien und Spanien dazu eingereicht hatten.

Blix warf Irak unterdessen vor, keine größeren Fortschritte bei der Zusammenarbeit mit den UNO-Abrüstungsexperten gemacht zu haben. Die Ergebnisse seien bislang "sehr begrenzt", heißt es in einem Entwurf des Blix-Berichtes, der Reuters in Auszügen vorliegt. Allerdings habe Irak in den vergangenen Monaten seine Bemühungen verstärkt, den Inspektoren bei ihrer Suche nach Massenvernichtungswaffen zu helfen, heißt es weiter. Die endgültige Fassung des Berichtes soll den Mitgliedern des Sicherheitsrates am Wochenende zugestellt werden. Am 6. oder 7. März soll Blix vor dem UNO-Sicherheitsrat zu einer weiteren Stellungnahme erscheinen.

An den Ölmärkten hatte die Erwartung eines Krieges mit dazu beigetragen, dass die Rohölpreise am Donnerstag den höchsten Stand seit zwölf Jahren erreichten. Der Preis für ein Barrel der führenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im April fiel nach den Angaben zum angeblichen irakischen Einlenken in der Raketenfrage nachbörslich um drei Cent auf 33,05 Dollar. An der US-Rohstoffbörse NYMEX fiel der Preis für die US-Ölsorte zur Lieferung im April im nachbörslichen elektronischen Handel weiter bis auf 36,64 Dollar je Barrel (1 Barrel = 159 Liter). Im regulären Handel war zunächst der Preis bis auf knapp 40 Dollar gestiegen. Gewinnmitnahmen drückten aber danach den Preis bis zum Schluss auf 37,25 Dollar.

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