Uno-Generalsekretär Annan ruft zur Aufhebung des Hausarrestes für Arafat auf
Israelische Panzer rücken in Gaza-Streifen vor

Israelische Panzer sind in drei palästinensische Ortschaften im Gaza-Streifen vorgerückt. Bei den Vorstößen seien drei palästinensische Polizisten getötet worden, verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Die israelische Armee sprach am Mittwochmorgen von einer "Anti-Terror"-Razzia.

Reuters GAZA-STADT. Israel hat damit gedroht, "Sicherheitszonen" in den Palästinenser-Gebieten zu besetzen, um so israelische Städte außer Reichweite der von militanten Palästinensern eingesetzten "Kassam 2"-Raketen zu bringen.

Die drei Polizisten seien getötet worden, als eine Planierraube ihren Posten in Deir El Balah im Zentrum des Gaza-Streifens zerstört habe, verlautete aus Sicherheitskreisen. Ein palästinensischer Polizeisprecher sagte, die israelischen Soldaten hätten Häuser in Beit Hanun und Beit Lahija im Norden des Gaza-Streifens nach militanten Palästinensern durchsucht. Zu Gefechten sei es nicht gekommen. Bewohner von Beit Hanun berichteten, in ihre Ortschaft seien 18 israelische Panzer vorgedrungen. Nach Deir El Balah rückten Augenzeugen zufolge mindestens fünf Panzer, drei Geländewagen und eine Planierraube vor. Es habe auch Schusswechsel gegeben.

Die israelische Armee teilte mit, die Durchsuchungen in Beit Hanun dauerten noch an. Die Ortschaft sei eine Bastion der radikalen Hamas-Bewegung, wo viele Anschläge geplant worden seien.

Israels Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser sagte, die militante Hamas-Bewegung habe mit dem Einsatz der "Kassam 2"-Raketen eine Grenze überschritten. Israelische Soldaten sollten so lange in der "Sicherheitszone" bleiben, bis das Risiko eines Beschusses israelischer Städte ausgeschlossen sei.

Israelische Einheiten waren am Dienstag auch im Westjordanland nahe Hebron und Ramallah vorgerückt. Nahe Hebron wurde nach israelischen Angaben ein Palästinenser getötet. Zwölf mutmaßliche militante Palästinenser wurden festgenommen.

Die Vorstöße der israelischen Armee waren die Reaktion darauf, dass am Sonntag Israel erstmals seit Beginn des Aufstandes Ende September 2000 aus den Palästinenser-Gebieten mit Raketen beschossen worden war. Die Raketen wurden in Ramallah abgefeuert und schlugen in Israel auf freien Feld ein. Die israelische Regierung wertete den Einsatz der Raketen als Versuch, eine neue Phase des Aufstandes einzuleiten. Hamas bekannte sich zu dem Einsatz der beiden "Kassam-2"-Raketen, benannt nach der Hamas-Armee "Kassam-Brigaden".

Die "Kassam 2"-Raketen haben eine deutlich höhere Reichweite als andere Raketen oder Granatwerfer - bis zu acht Kilometer. Hamas erkennt wie die Organisation Heiliger Krieg und die El-Aksa-Brigaden der Fatah das Existenzrecht Israels nicht an.

Die israelische Armee ist seit Beginn des Palästinenser-Aufstands immer wieder in palästinensisch verwaltete Gebiete im Gaza-Streifen und im Westjordanland vorgerückt. In dem Aufstand wurden mehr als 1100 Menschen getötet, die meisten von ihnen Palästinenser.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan rief Israel auf, den Hausarrest von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat aufzuheben. Arafat steht faktisch unter Hausarrest, seitdem israelische Panzer seinen Amtssitz in Ramallah Mitte Dezember umstellt haben. Die israelische Regierung fordert von Arafat die Auslieferung der Mörder des israelische Tourismusministers Rehawam Seewi, der im Oktober getötet worden war, und ein entschiedeneres Vorgehen gegen militante Palästinenser.

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