Uno-Generalsekretär
Der Inder Shashi Tharoor will Kofi Annans Job

Der Inder Shashi Tharoor will am 1. Januar 2007 Nachfolger von Uno-Generalsekretär Kofi Annan werden. Über einen Freizeitautor mit Ambitionen.

GENF. Ein ambitionierter, jugendlich aussehender, hochrangiger Uno-Diplomat sucht das Gespräch mit Journalisten. Der Diplomat moduliert lächelnd das angenehme Timbre seiner Stimme, die dunklen Augen glänzen. Er redet gentlemanlike - über US-Präsident George W. Bush, die Vogelgrippe und die Uno-Reform. Dann kommt die Sprache auf seine Zukunft. Die Frage des Handelsblatts: "Wollen Sie Nachfolger von Uno-Chef Annan werden?" Die Antwort des Diplomaten, in höflichem Ton: "Nächste Frage, bitte." Das war im Oktober 2005.

Nun ist es offiziell: Shashi Tharoor (50), Uno-Untergeneralsekretär mit indischem Pass, in London geboren, will am 1. Januar 2007 Nachfolger von Uno-Generalsekretär Kofi Annan werden.

In Hauptstädten wie Berlin suchen die Emissäre Neu Delhis bereits Rückendeckung für ihren Landsmann. Dabei verweisen sie auf das wichtigste Merkmal Tharoors. Er ist Asiate. "Asien ist an der Reihe", sagte Tharoor bereits vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Ambitionen. Da wusste er schon, dass auch die asiatische Vetomacht in der Uno, China, auf einem Asiaten als nächstem Uno-Chef besteht.

Neben Tharoor gelten drei andere Asiaten als ernst zu nehmende Kandidaten: Jayantha Dhanapala aus Sri Lanka, der Thailänder Surakiart Sathirathai und Südkoreas Ban Ki Moon. Ihnen aber hat der smarte Tharoor etwas voraus: Er kennt die Ränkespiele in der Uno besser.

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