Uno verlangt weitere Informationen
Iran weist Berichte über geheime Atomanlagen zurück

Iran hat am Freitag US-Berichte über einen geheimen Atomreaktor im Land zurückgewiesen und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zu Kontrollen eingeladen. "Wir haben keine geheimen atomaren Unternehmungen", sagte ein Regierungssprecher in Teheran

Reuters TEHERAN/WASHINGTON. "Alle unsere nuklearen Unternehmungen dienen nicht-militärischen Zielen." Ein Sprecher des Außenministeriums wies darauf hin, dass das Atomprogramm des Landes mit internationalen Vereinbarungen übereinstimme.

In US-Regierungskreisen hatte es geheißen, auf Satellitenfotos vom September sei zu erkennen, dass Iran zwei geheime große Atomanlagen errichtet habe. Sie könnten zur Herstellung atomarer Waffen genutzt werden. Die USA betrachten Iran als Unterstützer-Staat des internationalen Terrorismus. Iran, Irak und Nordkorea wurden von US-Präsident George W. Bush als "Achse des Bösen" bezeichnet.

Die Satellitenfotos zeigten den US-Kreisen zufolge eine Atomanlage nahe der iranischen Stadt Natans und eine weitere bei Arak. Angesichts der Art der Anlagen liege der Verdacht nahe, dass Iran sie zum Bau von Atomwaffen nutzen könnte, sagten Regierungsvertreter, die ungenannt bleiben wollten.

"Die Internationale Atomenergiebehörde ist über unsere (nuklearen) Unternehmungen und über den Gebrauch des nuklearen Materials in den Bereichen Forschung, Chemie und Medizin informiert," sagte der iranische Regierungssprecher weiter. Das Land habe die Behörde in Wien auch über die beiden neuen Anlagen informiert und darüber, dass sie zum zivilen Atomprogramm Irans gehörten. IAEA-Vertreter könnten in Iran kontrollieren, was immer sie wollten, unabhängig davon, ob sie Hinweise auf Anlagen von Iran oder aus anderen Quellen erhalten hätten, sagte der Sprecher. Die Anlage bei Natans diene der Erforschung von Radioaktivität. "Sobald sie fertig gestellt ist, wird die IAEA sie besuchen."

Iran habe bislang einer Forderung der IAEA nach einer Besichtigung neu gemeldeter Anlagen nicht entsprochen, hieß es dagegen in Kreisen der Vereinten Nationen (UNO) in New York. Das Land habe die IAEA über Anlagen informiert, die "in Verbindung zu zivilen Atomprogrammen" stünden. Das in Washington ansässige Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS) veröffentlichte die Erkenntnisse über und Bilder von den beiden Anlagen auf seiner Website (www.isis-online.org/). "Es besteht die Gefahr, dass der (iranische) Versuch, einen kompletten Energiekreislauf zu bekommen, das Ziel hat, das Potenzial für die Produktion ... der zwei Hauptkomponenten für atomare Sprengstoffe zu entwickeln", hieß es in einer Erklärung des Instituts.

US-Präsident George W. Bush wirft Iran, Irak und Nordkorea vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben und Terroristen zu unterstützen. Nordkorea hat im Oktober eingeräumt, heimlich ein Atomprogramm zu betreiben. In Irak kontrollieren derzeit Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (UNO), ob das Land sich an internationale Vereinbarungen zu seiner Abrüstung hält. Die USA und Großbritannien haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte Irak nicht kooperieren.

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