Unregelmässigkeiten bei Worldcom
Auch Alcatel lastet auf Europas Börsen

Die europäischen Aktienbörsen haben den Handelstag am Mittwoch durchwegs im Minus beendet. Nachrichten über schwerwiegende Unregelmässigkeiten in der Buchführung des US-Telekomkonzerns Worldcom sowie eine Gewinnwarnung des französischen Telekomausrüsters Alcatel wog schwer auf den Märkten.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index büsste 2,18 Prozent auf 2906 Punkte ein. Damit wurden auch die schwachen Hoffnungen einiger Investoren auf eine Erholung bei den Unternehmensgewinnen zunichte gemacht, sagten Händler. Marktbeobachter führten auch den schwachen US-Dollar ins Feld, der die Ergebnisse exportorientierter Firmen belasten dürfte.

Grösste Verlierer waren neben den Technologie- und Telekomwerten die Versicherungen. Diese seien von Sorgen belastet, dass sie zur Finanzierung ihrer Verluste an den Aktienmärkten frisches Kapital benötigten und sich möglicherweise mit Verlusten von ihren Aktienpaketen trennen müssten. Zurich Financial verloren nach einer Rückstufung durch die Ratingagentur Moodys 4,5 %. Die Titel des französischen Konkurrenten Axa büssten 3,8 % ein. Für etwas Aufhellung sorgten die Titel von Universal Vivendi, die von einer Hochstufung profitierten.

London

Die Börse London schloss am Mittwoch auf einem neuen Neun-Monate-Tief. Der FTSE-100-Index verlor 2,16 % auf 4531 Zähler. Das Eingeständnis des US-Telekomkonzerns Worldcom, milliardenschwere Fehlbuchungen in den Geschäftsbilanzen ausgewiesen zu haben, habe sich negativ auf den ganzen Sektor ausgewirkt. Während Vodafone 4,7 % fielen, gaben BT-Group 2 % nach. Unter Druck standen vor allem auch die Bankwerte und die Versicherer. Marktteilnehmern zufolge seien diese durch Spekulationen über die Höhe ihrer Engagements bei Worldcom belastet worden. Das Feld der Verlierer führten bei den Banken Royal Bank of Scotland mit einem Minus von 3,2 % an. HSBC gaben 2,6 % ab, Lloyds TSB verloren 2,3. Im schwachen Versicherungssektor gaben Prudential 3,1 % nach. Royal&Sun Alliance sanken 5,9 %.

Zürich

Die Vertrauenskrise der Marktteilnehmer in die Aktienbörsen verstärkte sich am Mittwoch weiter und setzte auch die Schweizer Aktien unter Druck. Der SMI schloss 2,64 % tiefer auf 5629 Punkten. Erwartungsgemäss gerieten vor allem Finanzwerte, deren Geschäftsentwicklung stark von der an den Börsen abhängt, in den Abwärtssog. Unter den Finanzwerten fielen Zurich , Rentenanstalt , CS Group , Bär , UBS , Swiss Re und Baloise mit Verlusten auf. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) revidierte die Gewinnschätzungen für die meisten Banken nach unten. Aber auch in den defensiven Werten wie Nestle , Novartis und Roche kam es zu Verlusten.

Paris

Belastet von einer Gewinnwarnung des Telekomausrüsters Alcatel verlor der CAC-40-Index der Börse Paris 1,73 % auf 3701 Zähler. Alcatel Anteilsscheine büssten 16,5 % ein. Druck ging laut Händlern auch von Restrukturierungsmassnahmen und der Ankündigung eines operativen Verlusts für das Jahr 2002 aus. France Telecom verbilligten sich im Zuge der Nachrichten von Worldcom und einer Rückstufung durch ABN Amro um 8 %. Schwächer waren auch Banktitel. Ein wenig Aufhellung kam vom Medienunternehmen Vivendi Universal. Die Titel rückten nach einer Höherstufung durch JP Morgan um 7,8 % vor.

Benelux

Die Börsen Amsterdam und Brüssel notierten schwächer. Der AEX-Index notierte 2,4 % im Minus bei 413 Punkten, während der Brüsseler Bel20-Index 0,59 % auf 2442 Zähler nachgab. Zusätzlich zu den Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftslage Brasiliens belasteten Sorgen um die Engagements von Banken und Versicherern im Worldcom-Skandal. In Amsterdam büssten Aegon knapp 6 % ein, ABN Amro gaben 4,8 % nach. Fortis ging in Brüssel 4,3 Prozent tiefer aus dem Handel.

Mailand

Angeführt von schwächeren Bankwerten rutschte in Mailand der Mib30-Index rund 1 % auf 26 939 Punkte ab. Banca Nazionale del Lavoro führten die Verliererliste mit Minus 0,93 % an. Monte dei Paschi di Siena büssten ebenso wie IntesaBci rund 0,1 % ein. Leichter waren auch Versicherer wie Generali, die 0,44 % abgaben.

Madrid

Der Ibex-35-Index verlor 1,33 % auf 6683 Zähler. Der erste Handelstag des Energieunternehmens Enagas bekam den Papieren im schlecht; sie gaben rund fünf Prozent nach. Die Titel des Indexschwergewichtes Telefonica büssten 1,9 % ein. Kursabgaben von 0,3 % mussten Santander Central Hispano hinnehmen.

Skandinavien

Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Aktien brach um 1,1 % auf 259 Punkte ein. Laut Händlern erwiesen sich Einbrüche bei Technologiewerten als Belastung. Ericsson verloren 6,9 %; Nokia konnten die anfänglichen Verluste wieder gut machen und notierten 0,14 % im Plus. Unter Verkaufsdruck litten auch Telekomwerte. Sonera und Telia ermässigten sich um 1,2 %.

Wien

Angeführt von Abgaben im Telekomsektor gab der ATX-Index rund 1 % auf 1232 Punkte nach. Markant leichter waren Andritz, BBAG, VA Tech, AUA und Mayr-Melnhof. Die ebenfalls schwächeren Telekom Austria wurden von JP Morgan in einer Erstanalyse als "Market Performer" eingestuft. TA schlossen 1,37 % im Minus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%