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Unruhen begleiten Japans Triumph in China

Peking (dpa) - Titelverteidiger Japan hat zum dritten Mal den Asien-Cup gewonnen und von Unruhen überschattet einen großen Prestigeerfolg gegen Finalgegner China gefeiert.

Peking (dpa) - Titelverteidiger Japan hat zum dritten Mal den Asien-Cup gewonnen und von Unruhen überschattet einen großen Prestigeerfolg gegen Finalgegner China gefeiert.

Im mit 65 000 Zuschauern ausverkauften «Stadion der Arbeit» in Peking setzte sich die Mannschaft des ehemaligen brasilianischen Weltklasse-Fußballers Zico 3:1 (1:1) gegen die vom Ex-Bundesliga-Coach Arie Haan betreuten Gastgeber durch. Der Niederländer präsentierte sich als schlechter Verlierer, als er sich nach einigen strittigen Entscheidungen des kuwaitischen Schiedsrichters Saad Al Fadhli weigerte, die Medaille für den zweiten Platz entgegenzunehmen.

Während sich die Japaner über den dritten Erfolg nach 1992 und 2000 sowie über die Qualifikation für den Konföderationen-Cup in Deutschland im nächsten Jahr freuen durften, herrschte bei den Chinesen Unmut und Wut. Koji Nakatas (65.) Tor zum 2:1 ging ein klares Handspiel voraus. Auch die Treffer von Takashi Fukunishi (21.) zum 1:0 und Keiji Tamada (90./+1) zum Endstand monierte Haan als irregulär.

«Wie kann man gewinnen, wenn so etwas passiert», fragte der aufgebrachte Coach, der die Chinesen zu ihrem ersten Asien-Titel führen sollte: «Der Unterschied zwischen beiden Teams war die Erfahrung, Fouls zu machen, die der Schiedsrichter nicht sieht.» Deswegen habe er sich nicht bereit gefühlt, «die Medaille entgegenzunehmen». Den einzigen Treffer der Gastgeber erzielte Li Ming nach einer halben Stunden zum 1:1.

Die strittigen Szenen heizten die ohnehin gespannte Atmosphäre - von Turnierbeginn an fühlten sich die Japaner von den Chinesen wegen ihrer Vergangenheit als Besatzungsmacht bedroht und angefeindet - zusätzlich auf. Vor dem Stadion sollten zwar rund 6000 Polizisten, darunter auch Beamte von Spezialeinheiten und bewaffnete Truppen, für Sicherheit sorgen. Dennoch kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und mehreren hundert chinesischen Randalierern, die teilweise mit Flaschen warfen, die Polizisten angriffen und auch in der Nacht vor dem Teamquartier der Japaner skandierten.

Mindestens drei Personen wurden von den Sicherheitsbeamten abgeführt. «Die Chinesen denken, eine Niederlage gegen das kleine Japan sei die schlimmste, die es gibt. Wir haben das Gesicht verloren», meinte Miao Ling von der Pekinger Verwaltung.

«Es war wichtig, das wir gegen China als Gastgeber und gegen mehr als 60 000 chinesische Fans Ruhe bewahren», betonte Japans Coach Zico. «Niemand hat uns zugetraut, dieses Turnier zu gewinnen, aber wir haben an uns geglaubt.» Doch konnten die 2000 japanischen Anhänger den Erfolg erst später richtig genießen. Wegen der aufgebrachten und wütenden Gastgeber wurden sie zu ihrem Schutz zwei Stunden im Stadion eingeschlossen.

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