Unruhen in Indonesien
Bislang 469 Tote bei Massakern auf Borneo

Weitere Leichenfunde sind zu erwarten. Die Vizepräsidentin ist in der Unruheregion eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

dpa JAKARTA. Bei den brutalen Massakern im indonesischen Teil der Insel Borneo sind nach offiziellen Angaben mindestens 469 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte am Donnerstag der Gouverneur der Provinz Zentral-Kalimantan mit, wo vor knapp zwei Wochen in der Stadt Sampit die blutigen Zusammenstöße zwischen Angehörigen des Dayak-Volks und Zuwanderern begonnen hatten. Unterdessen traf am Donnerstag die indonesische Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri in der Unruheregion ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Die Zahl der Todesopfer, von denen viele enthauptet wurden, könnte weiter steigen, weil immer neue Leichen gefunden würden, hieß es. Die Zusammenstöße zwischen dem früheren Kopfjäger-Volk der Dayak und Einwanderern von der zentralindonesischen Insel Madura hatte bis zu 40 000 Menschen aus Sampit flüchten lassen. Nach Beginn der Unruhen waren mehr als 3 000 Sicherheitskräfte in die Region entsandt worden.

Nach ihrem Besuch will die Vizepräsidentin über die Verhängung eines zivilen Notstands über die Provinz entscheiden, was Polizei und Militär ein schärferes Vorgehen erlauben würde. Megawati wird von ranghohen Militärs und Politikern begleitet. Allerdings gab es am Donnerstag keine Berichte über neue Gewalttaten.

Während der 32-jährigen Herrschaft des Diktators Suharto waren mehrere hunderttausend Menschen aus überbevölkerten Teilen Indonesiens wie den Inseln Java oder Madura in andere Regionen umgesiedelt worden. Dies führte bislang häufig zu Konflikten mit alteingesessenen Volksgruppen.

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