Unruhen zwischen Polizei und Anhängern in Manila
Philippinischer Ex-Präsident Estrada festgenommen

Philippinische Polizeieinheiten haben den ehemaligen Präsidenten Joseph Estrada am Mittwoch in seiner Residenz in Manila festgenommen. Nach Polizeiangaben wurde der 64-Jährige ins Gefängnis gebracht. Zuvor hatten Hunderte von Anhängern die Festnahme zu verhindern versucht und sich dabei Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

afp/dpa MANILA. Ein Richter am Anti-Korruptionsgericht in Manila hatte am Mittwoch einen Haftbefehl gegen Estrada ausgestellt. Dem 64-Jährigen werde wirtschaftliche Plünderung in Höhe von 80 Millionen Dollar zur Last gelegt, sagte er in Manila. Ob Estrada gegen Kaution auf freien Fuß kommen kann, hänge von der Beweislage ab. Der Vorwurf der Unterschlagung gilt auf Philippinen als Kapitalverbrechen. Normalerweise wird für diesen Vorwuf keine Kaution gewährt.

Augenzeugen zufolge warfen die Unterstützer des Ex-Präsidenten in einem Vorort von Manila Flaschen und Steine, als Polizeikräfte zur Festnahme Estradas anrückten. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Menge vor.

Das Gericht ordnete auch die Festnahme acht weiterer Wegbegleiter Estradas' an, unter ihnen sein Sohn José Ejercito und sein persönlicher Anwalt Edward Serapio. Es hätten sich ausreichend Beweise gefunden, die eine Verhaftung des Ex-Staatsoberhaupts rechtfertigten, sagte der Vorsitzende Richter des Sondergerichts, Francis Garchitorena. In der vergangenen Woche war gegen Estrada erstmals ein Haftbefehl ausgestellt worden, nach Zahlung einer Kaution von umgerechnet rund 1 300 Mark befand sich der ehemalige Präsident jedoch auf freiem Fuß.

Estrada war am 20. Januar in einem Volksaufstand gestürzt worden. Ummittelbar danach hatte die bisherige Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo das höchste Staatsamt der Philippinen übernommen. Estrada soll während seiner Amtszeit nach Regierungsangaben umgerechnet bis zu 800 Millionen DM illegaler Gelder auf seinen Konten angehäuft haben. Ihm wird vorgeworfen, Bestechungsgeld entgegengenommen, öffentliche Mittel veruntreut und Freunde vor Strafverfolgung beschützt zu haben. Im Falle eines Schuldspruchs wegen "wirtschaftlicher Plünderung" droht ihm die Todesstrafe.

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