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Unser Land braucht eine Vision

Haben Sie die "Ruck-Rede" gehört, hatten Sie Gelegenheit, live dabei zu sein? Falls nicht: Sie haben nichts verpasst.

Ich bin enttäuscht, ja enttäuscht - obwohl ich an dieser Stelle vor zwei Tagen die Empfehlung aussprach, sich von der groß angekündigten Grundsatzrede des Bundeskanzler nichts zu erwarten. Dennoch, der Optimist hofft ja bis zuletzt, glaubt an Einsicht und Fortschritt.

Die fast anderthalb Stunden dauernde Regierungserklärung enthielt - wie erwartet - viele positive Ansätze, ob als konkrete Einzelmaßnahme oder als Absichtsbekundung. Sie ging leider aber nicht wesentlich über das hinaus, was schon seit Tagen en Detail öffentlich diskutiert wurde.

Schröders "Agenda 2010" war aber eines gewiss nicht: Es war keine Ruck-Rede, es war kein emotionaler, kraftvoller, mitreißender Vortrag, dem man historische Qualität bescheinigen könnte. Der erste Anruf, der mich kurz nach dem Beifall der regierenden Fraktionen erreichte, war ein Technologie- und Mittelstandsexperte mit den Worten: "Eine lasche Show, nur Larifari."

"Bei den anstehenden Reformarbeiten wird es entscheidend darauf ankommen, dass die Grundzusammenhänge klar erkennbar bleiben und das Gesamtpaket ein schlüssiges Ganzes bildet...Entscheidend ist, Risikobereitschaft, Leistungswillen und Eigenverantwortlichkeit zu stärken...Priorität muss die Förderung von Wettbewerb und Wachstum haben." Das sind Forderungen der Deutschen Bundesbank aus ihrem bisher einzigartigen Denkanstöße-Brief an die Bundesregierung mit dem Titel "Wege aus der Krise". Ich füge hinzu: Unser Land braucht eine Vision, einen starken Impuls - einen "Big Bang" -, damit sich die zerstörten oder zumindest verschütteten Potenziale wieder kraftvoll entfalten können. Davon kann nach dieser Rede leider keine Rede sein!

Ich wünsche uns allen, dass die nötigen Impulse von der Macht des Faktischen - also von den internationalen Megatrends - sowie von unseren Unternehmen selbst ausgehen.

Ihnen wünsche ich trotzdem ein schönes Wochenende!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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