"Unsichere Ertragslage"
Experten sehen Börsengang der Post kritisch

dpa-afx FRANKFURT. Experten sehen den für den 20. November geplanten Börsengang der Deutschen Post AG kritisch. "Gegenwärtig ist die Post eine unattraktive Investition", sagte Analyst Ingolf Böhle von Delbrück Asset Managemet. Das Staatsunternehmen müsse noch eine Reihe Veränderungen vornehmen.

Wichtig für die Zukunft ist nach Auffassung von Böhle vor allem der Ausbau von zwei Sektoren. Zum einen müsse die Internationalisierung des Unternehmens weiter vorangetrieben werden. Die Aufstockung des Anteils an dem Logistikdienstleister DHL sei ein Schritt in die richtige Richtung. "Im Rahmen der Globalisierung und des zunehmenden Internethandels konsumieren die Endgebraucher ihre Waren aus den verschiedensten Ländern", begründete er seine Einschätzung.

Die zweite Säule zur Zukunftssicherung der Post betreffe das Angebot von EDV-Lösungen für Logistikprobleme. Die Post sei auf diesem Gebiet noch sehr schwach positioniert. Sie sollte sich nicht auf den Warentransport beschränken, sondern zunehmend logistische Beratung anbieten. Zwar könne die Post ihre Mängel nicht bis zum "Going Public" beheben, aber mit Visionen und einem Maßnahmenkatalog könne doch noch ein guter Börsenstart gelingen.

Wilhelm Hübner vom Deutschen Verband für Post und Telekommunikation e.V. (DVPT) ist wegen der unsicheren Ertragslage der Post ebenfalls skeptisch: Vermutlich müsse die Post − wenn das Verfahren um ihre Monopolstellung in Brüssel verlieren sollte − das Briefporto senken. Das daraus entsetehende Defitzit wäre für das Unternehmen ein viel schmerzlicher Verlust als das mögliche Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe.



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