Unsichere Lage an den Aktienmärkten
Börsenaspiranten weiter in Wartestellung

Der vergangenen Freitag sehr kurzfristig angekündigte Börsengang des Medizingeräte-Spezialisten Pulsion Medical Systems AG findet angesichts der derzeit unsicheren Lage an den Aktienmärkten offenbar keine Nachahmer. Eine Umfrage bei neun Unternehmen, die wie Pulsion bereits einmal ihren Börsengang verschoben hatten, ergab, dass keines der Unternehmen auf kurze Sicht einen zweiten Versuch wagen will.

Reuters FRANKFURT. Als Voraussetzung für eine Börsennotierung nannten die Firmen übereinstimmend eine anhaltende Besserung der Stimmung an den Aktienmärkten.

Die Münchner Pulsion Medical Systems AG hatte am vergangenen Freitag einen zweiten Anlauf für den zuvor verschobenen Börsengang angekündigt. Nachdem das Unternehmen im März seine Emission unter Verweis auf das schwache Börsenumfeld abgesagt hatte, strebt die Gesellschaft nun mit einem deutlich reduzierten Preisniveau zum 8. Juni an den Neuen Markt.

Dagegen verharren zahlreiche andere Börsenkandidaten angesichts der unsicheren Situation an den Börsen vorerst weiterhin in Wartestellung. "Momentan sieht es nicht so aus, als ob der Kapitalmarkt aufnahmefähig ist", begründete Günter Femers, Vorstand des Mainzer Spezialisten für Service-Rufnummern, dtms AG, den Aufschub der Börsenpläne des Unternehmens. "Es hat keinen Sinn in dem derzeit unsicheren Marktumfeld an die Börse zu gehen, schließlich wollen wir keine Wackelpartie." Zwar wäre eine Börsennotierung der dtms AG am Neuen Markt noch in diesem Jahr wünschenswert, die Gesellschaft sei jedoch finanziell so gut ausgestattet, dass auch ein späterer Termin problemlos zu verkraften sei. Der ursprünglich für Dezember 2000 geplante Börsengang von dtms war aufgrund der negativen Entwicklung an den Aktienmärkten verschoben worden.

Auch die Essener Enro AG befindet sich weiter in Wartestellung und hofft die geplante Notierung am Kapitalmarkt noch in diesem Jahr zu realisieren. "Wenn es die Lage an der Börse wieder möglich macht, wollen wir den Gang an die Börse wagen", sagte Joachim Garms, Vorstand des an das Kleinwertesegment Smax strebenden Spezialisten für ökologische Energiewirtschaft. Enro hatte seine für April geplante Emission damals wegen der volatilen Situation an den Märkten verschoben.

Software AG legt Börsenpläne auf Eis

Dagegen hat der IT-Dienstleister Proalpha Software AG seine Börsenpläne für dieses Jahr ganz auf Eis gelegt. "Aufgrund der unsicheren Marktlage, ist für dieses Jahr kein Börsengang mehr zu erwarten", sagte Unternehmenssprecherin Claudia Reis und verwies darauf, dass für Proalpha, im Gegensatz zu einigen anderen Unternehmen, die durch einen Börsengang erzielten liquiden Mittel nicht existenziell notwendig seien. Ursprünglich hatte Proalpha den Börsengang an den Neuen Markt für November vergangenen Jahres geplant, den Termin jedoch wegen des schwierigen Marktumfelds abgesagt.

Auch der Logistik-Dienstleister F-Log AG, der Vermarkter von Halbleiter-Netzwerken Atlantik Networxx AG, der Spezialist für erneuerbare Energie Conergy, der Netzwerkdienstleister Xyratex plc, der Softwareanbieter InfoPark AG sowie der Textileinzelhändler Esprit Europe AG wollen nach eigenen Angaben die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten zunächst abwarten.

Bislang sind in Jahr 2001 13 Unternehmen an den Neuen Markt, den Smax, den Geregelten Markt oder den Amtlichen Handel gegangen. Im vergangenen Jahr waren es zur gleichen Zeit weit über 50 Unternehmen. Für 2001 rechnen Branchenkenner insgesamt mit 40 bis 50 Neuemissionen. Im vergangenen Jahr wagten allein am Neuen Markt 134 Unternehmen ein Listing.

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