"Unsichere Marktlage"
Quartalsgewinn von ABN Amro stark gesunken

Der Netto-Gewinn der größten niederländischen Bank, ABN Amro, ist im ersten Quartal nach Sonderposten um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Die Bank bekräftigte am Montag ihr Ziel, im Gesamtjahr das Gewinnniveau wenigstens zu halten.

Reuters AMSTERDAM. Im Quartal seien Restrukturierungskosten in Höhe von 205 Millionen Euro für die Schließung des Aktiengeschäfts in den USA im vergangenen Monat verbucht worden, teilte ABN Amro mit. Zudem sei der Einbruch so deutlich, weil die Entwicklung im ersten Quartal 2001 vergleichsweise stark gewesen sei. Die Bank verwies auch auf die andauernd schwierigen Marktbedingungen.

Im Vergleich zum vierten Quartal 2001 fiel der Netto-Gewinn nach Sonderposten den Angaben zufolge lediglich um 9,4 Prozent auf 397 Millionen Euro. Den Netto-Gewinn vor Sonderposten bezifferte die Bank für das erste Quartal mit 602 Millionen Euro, was einem Rückgang von 11,9 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Analysten hatten mit einem Netto-Gewinn vor Sonderposten von 535,2 Millionen Euro gerechnet.

Stellenabbau

Im Zuge der Schließung des US-Bereiches baute ABN Amro 550 Stellen ab. ABN Amro strukturiert derzeit auch das Privatkundengeschäft in den Niederlanden um. Das Kosten-Ertragsverhältnis verbesserte sich den Angaben nach im ersten Quartal weiter auf 71,6 Prozent von 71,8 Prozent im Vorjahr und 72,9 Prozent im vierten Quartal.

Das schwierige Marktumfeld habe aber den Umsatz im Firmenkundengeschäft im Vergleich zum vierten Quartal 2001 um acht Prozent fallen lassen, hieß es weiter. Die operativen Aufwendungen seien dagegen um 1,9 Prozent gestiegen. "Obwohl sich das wirtschaftliche Umfeld während der ersten Monate dieses Jahres verbessert hat, bleibt der Gesamtzustand der Wirtschaft schwach und die Entwicklung ist unvorhersehbar", sagte ABN Amro-Chef Rijkman Groenink.

Analysten sind Enttäuscht

Analysten zeigten sich enttäuscht von den Geschäftszahlen, obwohl diese etwas über den Erwartungen lagen. "Die Zahlen können nicht die Stimmung umdrehen", sagte Lex Bouwmeester von Delta Lloyd. "Was nicht gut ist an den Zahlen, ist, dass die Bank für den Rest des Jahres noch sehr vorsichtig ist. Ihr Ausblick ist eher durchwachsen", fügte er hinzu. Ein anderer Analysten sagte, insbesondere das Firmenkundengeschäft verlaufe noch sehr enttäuschend. "Ich hatte dort auf mehr Kosteneinsparungen gehofft", sagte Bart Horsten von F. van Lanschot Bankiers. "Der Umsatz ging zurück, und die Kosten gingen hoch. Das entspricht nicht dem, was man will", fügte er hinzu.

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