Unsichere Zukunft
Merck Finck bestätigt EM.TV als "Underperformer"

Die Münchener Privatbank Merck Finck & Co hat die Aktien des Medienunternehmens EM.TV weiter als "Underperformer" (marktunterdurchschnittlich) eingestuft. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie begründete Analyst Alexander Kachler diese Einschätzung mit der weiter äußerst unsicheren Zukunft des Unternehmens und dem offenen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

dpa-afx FRANKFURT. Zudem habe EM.TV in den vergangenen Monaten viel Porzellan bei den Anlegern zerschlagen. Es werde mindestens ein Jahr dauern, bis das Vertrauen der Investoren wieder gewonnen werden könne, so der Analyst. Meldungen wie die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insiderhandel oder wie das Ausscheiden des Vorstandmitglieds Ulrich Goebel würden die Anleger weiter verunsichern. Ulrich Goebel habe EM.TV auf Grund grundsätzlicher Auffassungen über die zukünftige Unternehmensstrategie verlassen.

Das Unternehmen arbeite derzeit an seinen Plänen für das Jahr 2001, so die Studie der Privatbank. Ein wesentlicher Teil sollte dabei eine detaillierte und offenere Informationspolitik des neuen Vorstands für Finanzen und Controlling, Rolf Rickmeyer, sein. Diese solle ein deutliches und wichtiges Zeichen für die Finanzmärkte sein.

Als wichtigste Unternehmensziele für das kommende Jahr sieht Alexander Kachler eine endgültige Entscheidung bei den Beteiligungen an der Tele München Gruppe (TMG) und der Formel 1-Holding SLEC. EM.TV plane schon länger, die TMG-Anteile an den Medienunternehmer Herbert Kloiber zurückzugeben. Bisher seien die Verhandlungen mit Kloiber allerdings ohne Erfolg geblieben. Auch bei der 50-Prozent-Beteiligung an SLEC, der Holding von Bernie Ecclestone zur Vermarktung der Formel 1-Rechte, müsse bald eine Lösung gefunden werden.

EM.TV habe der Studie zufolge noch bis zum 27. Februar 2001 eine Kaufoption für weitere 25 % der Holding. Angesichts der jüngsten Entwicklungen könnte allerdings auch ein Verkauf der bisher erworbenen 50 % in Frage kommen, um die Verluste zu minimieren, so Analyst Kachler. Als Käufer komme die Vereinigung der europäischen Autohersteller (ACEA) in Frage. In diesem Falle würde sowohl der Verkaufspreis als auch die daraus resultierende Abschreibung in die Bilanz des Jahres 2001 eingehen.

Diese strategischen Unsicherheiten werden der Studie zufolge derzeit noch von dem Ermittlungsverfahren der Münchener Staatsanwaltschaft und des Bundesaufsichtsamtes für Wertpapierhandel (BAWe) verstärkt. Der Verdacht des Insiderhandels habe sich zum Jahresende wie ein dunkler Schatten über den Aktienkurs gelegt und werde diesen angesichts der erwarteten langen Ermittlungsdauer auch weiterhin belasten, so dass die Bank von einem Kauf der Aktie abrät.

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