Unsicherheit bei Anlegern
Dow Jones und Nasdaq auf Drei-Jahres-Tief

Die New Yorker Börsen schlossen am Donnerstag auf den tiefsten Punktständen seit drei Jahren. Allein die Schlußglocke bewahrte Dow Jones und Nasdaq vor weiteren Abstürzen. Der Index der 30 US-Standardwerte fiel im Tagesverlauf um 382 Punkte oder 4,3 Prozent und ging bei 8376 Punkten aus dem Handel. Seit Montag hat das wichtigste US-Börsenbarometer fast 1200 Punkte und damit zwölf Prozent seines Wertes verloren und steht jetzt auf dem tiefsten Stand seit Oktober 1998.

NEW YORK. Der technologielastige Nasdaq fiel am Donnerstag um fast 57 Punkte oder 3,7 Prozent und notiert bei 1470 Punkten, also deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 1500 Zählern und damit ebenfalls auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Vor allem internationale Anleger hätten sich am Donnerstag von ihren US-Aktien getrennt, erklärten einige Händler die deutlichen Kursverluste. Doch das allein war es nicht.

Bereits zur Mittagsstunde hatten die wichtigsten US-Indizes ein Zwischentief erreicht, nachdem auf dem New Yorker Parkett Gerüchte über weitere Terror-Angriffe kursierten. Es hieß, ein weiteres Flugzeug sei entführt, der Sears-Tower in Chicago evakuiert worden. Der Sears Tower ist mit 443 Metern das höchste Gebäude der USA und bietet auf einer halben Million Quadratmetern Office-Fläche hunderten von Firmen Platz. Der Handel an der NYSE erholte sich nur leicht, nachdem sich die Meldungen als falsch erwiesen hatten.

In der letzten Handelsstunde fielen die New Yorker Börsen dann im freien Fall. Schon den ganzen Tag über hatten die Anleger nicht investieren wollten, weil man gespannt auf eine Rede von US-Präsident George W. Bush wartete. Eine Stunde vor Handelsschluss verlautete aus Washington, dass sich das Staatsoberhaupt nicht zu Details über einen eventuellen Gegenschlag äußern werde, sondern lediglich um Geduld bitte. Die Unsicherheit der Anleger schien dadurch noch größer zu werden, dass Vizepräsident Dick Cheney das Weiße Haus verlassen und sich "an einen geheimen Ort zurückgezogen" hatte, um eventuellen Anschlägen zu entgehen.

Zu den größten Verlierern gehörten auch am vierten Handeltag nach den Terroranschlägen des 11. September die Aktien der Fluggesellschaften und Versicherungen. Die Fluglinen müssen wegen der rückläufigen Nachfrage die Kapazitäten deutlich reduzieren. Massenentlassugen im Flugzeugsektor sind die Folge. American und United Airlines entlassen jeweils 20 000 Mitarbeiter. Continental Airlines und US Airways streichen über 1000 Stellen. British Airways kündigte an, ebenfalls 7000 Mitarbeiter und damit 12,5 Prozent der Belegschaft entlassen zu wollen. Die Aktie von United Airlines verlor 8,19 Prozent auf 17,23 Dollar, das Papier von American Airlines büßte 7,75 Prozent auf 18,45 Dollar ein.

Auch Finanz- und Brokerwerte gehörten am Donnerstag erneut zu den Verlierern. Die Analysten von JP Morgan stufen die Aktie von Citigroup ab. Aber auch Technologiewerte hatten zu leiden. Die Titel des Chip-, Netzwerk- und Softwaresektors verbuchten deutliche Kursverluste. Intel und PMC Sierra notierten auf neuen 52 Wochen-Tiefständen.</>

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