Unsicherheit bei Microsoft über Folgen der Offenlegung
Microsoft gibt Teile des Windows-Codes preis

Microsoft will einen Teil des Codes von Windows veröffentlichen, um die mit dem US-Justizministerium erzielte Einigung im seit Jahren schwelenden Kartellverfahren umzusetzen.

Reuters WASHINGTON. Microsoft plane, innerhalb der kommenden Wochen fast 400 bislang geheime Computercode-Stücke preiszugeben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Mit der Veröffentlichung haben Software-Entwickler den Angaben zufolge zusätzliche Möglichkeiten, ihre Windows-Programme zu gestalten. Über die Auswirkungen dieser teilweisen Offenlegung auf den Markt sei der Konzern allerdings selbst nicht sicher, sagte Microsoft-Manager Brad Smith.

Die im vergangenen Jahr erzielte Einigung mit dem US-Justizministerium wird nach wie vor von neun der insgesamt 18 ebenfalls klagenden US-Bundesstaaten abgelehnt und benötigt noch die Zustimmung eines Bundesgerichts. Die US-Bundesstaaten, die den ausgehandelten Vergleichsvorschlag ablehnen, fordern von Microsoft unter anderem, eine Windows-Version für konkurrierende Software-Konzerne und Computerhersteller bereitzustellen, die diese nach eigenen Bedürfnissen anpassen können. Die Maßnahmen seien notwendig, um Microsoft vom Missbrauch seines Monopols bei Windows-Betriebssystemen abzuhalten, argumentieren die Staaten.

"Vielleicht ist es zu früh um festzulegen, was dies bei uns bewirkt, und was es bei unseren Konkurrenten auslöst", sagte Smith zur geplanten teilweisen Offenlegung des Windows-Codes. Microsoft-Kritiker zeigten sich von der Entscheidung des Softwarekonzerns indessen unbewegt. "Sie behalten immer noch die komplette Kontrolle über das, was sie freigeben, wann sie es freigeben, und was der angemessene Gegenstand ihrer Freigabe ist", sagte Ken Wasch, Vorsitzender der Vereinigung der Software- und Informationsindustrie zu Reuters. Dagegen sagte ein Microsoft-Sprecher, der Konzern habe Software-Entwicklern schon immer genügend technische Auskünfte gegeben. Nun mache das Unternehmen lediglich zusätzliche Angaben, die offensichtlich im Rahmen des Vergleichvorschlags gemacht würden, fügte er hinzu.

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