Unsicherheit dominiert weiter die Börsen - Siemens günstig bewertet
Dax-Ausblick: 6 400-Punkte-Marke ist in Sichtweite

Der Deutsche Aktienindex Dax hat die Unterstützungslinie bei 6 800 Punkten durchbrochen. Statt Unterstützung bedeutet diese Marke jetzt plötzlich eine charttechnische "Widerstandslinie" nach oben. Analysten befürchten, dass es in der kommenden Woche weiter talwärts geht.

DÜSSELDORF. Überrascht waren Aktien-Analysten, als der Dax in der vergangenen Woche sang- und klanglos unter 6 800-Punkte fiel. Hatten sie doch einhellig von einer "charttechnischen Unterstützung" gesprochen. Nun schauen sie gemeinsam mit Anlegern und Händlern aus einer anderen Perspektive auf diesen Index-Stand - nämlich von unten.

"Wir haben uns gewundert, denn der Dax hätte sich bei 6 800 Punkten eigentlich behaupten sollen", sagte Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Der Aktien-Stratege macht den hohen Ölpreis und steigende Inflationsraten für die Entwicklung verantwortlich. "Das ist mehr als eine herbst-typische Korrektur-Bewegung", sagte er im Gespräch mit Handelsblatt.com.

Interessant erscheint Senftleben, dass es auch mehr Gewinnwarnungen von den Unternehmen gebe als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. So wie beispielsweise bei dem Chip-Riesen Intel. Der Experte sieht Anlass zur Sorge, dass die Talfahrt noch ein Weilchen anhält. "Wir hoffen natürlich in der kommenden Woche auf eine Bodenbildung", sagt Senftleben und prognostiziert starke Schwankungen an den Börsen und Dax-Stände zwischen 6 400 und 6 800 Zählern.

Privatanlegern rät der Analyst, jetzt die Ruhe zu bewahren und nicht zu verkaufen. Auf 12-Monats-Sicht sei die Bankgesellschaft Berlin optimistisch für deutsche Titel. Kleinanleger könnten momentan sogar auf Schnäppchen-Jagd gehen und einzelne Werte kaufen, die starkt nachgegeben haben. So sei beispielsweise die Siemens-Aktie günstig bewertet. Den gesamten Inhalt ihres Portemonnaies sollten Anleger jedoch jetzt noch nicht in Aktienanlagen umwandeln: "Es gibt noch große Unsicherheiten auf den Märkten", sagt Senftleben.

Für die Börsen könnten weitere schlechte Nachrichten von Chip-Herstellern gefährlich werden; oder z.B. Absatzzahlen bei den Computern, die unter gesteckten Erwartungen liegen. Außerdem geht die Bankgesellschaft Berlin noch immer von einer weiteren Leitzins-Erhöhung in Euroland aus: 0,25 Prozent im Oktober. Und steigende Zinsen sind ja bekanntlich Gift für Aktienmärkte.

Auf 6 600 Punkte könnten schnell 6 400 folgen

Die Aktien-Analysten der DG Bank führen den Abwärtstrend am deutschen Aktienmarkt auf markttechnische Einflüsse zurück. In ihrem wöchentlichen Börsenausblick sprechen sie von weiterem Kursdruck und Ausverkaufs-Stimmung: "Auch in der kommenden Woche dürfte die Tendenz stark durch die Charttechnik bestimmt werden." Sollte der Index nachhaltig unter 6 600 Punkte fallen, dann sei sogar ein weiterer Kurseinbruch bis auf 6 400 Punkte wahrscheinlch.

Bei den favorisierten Anlage-Empfehlungen der DG Bank gab es in dieser Woche eine Änderung. Die PC-Ware-Aktie ist aus der Liste gestrichen worden, dafür wurde Computer-Links aufgenommen. Unter den strategisch empfohlenen Top-15-Aktien in Deutschland rangiert auch die PSI AG. Allerdings sind die Experten von der kurzfristigen Kursentwicklung bei PSI enttäuscht. Der Wert habe den Erwartungen nicht entsprochen, sagte Aktien-Experte Matthias Volkert gegenüber Handelsblatt.com. Volkert führt PSI in einem chancenorientierten Musterdepot, das in der Vorwoche mehr als 7 % einbüßte.

Jahresende verspricht eine Erholung

"Der deutsche Aktienmarkt hängt momentan sehr stark an der Entwicklung der US-amerikanischen Börsen", sagt Ralf Kugelstadt von UBS Warburg . Auch Kugelstadt sieht die Euroschwäche und den hohen Ölpreis als entscheidende Faktoren für die aktuelle Entwicklung auf den Märkten an.

"Der Euro könnte sich allerdings ein wenig erholen", glaubt Kugelstadt, denn es gebe jetzt Stützungskäufe. (>>Artikel: EZB interveniert gemeinsam mit USA und Japan zu Gunsten des Euro) Mittelfristig ist Kugelstadt für den Dax positiv gestimmt: Bis Jahresende prognostiziert der Aktien-Experte einen Index-Stand zwischen 7 500 und 7 600 Punkten.

Die folgende Tabelle zeigt die strategischen Empfehlungen von UBS Warburg für ausgewählte Dax-Werte:



UBS Warburg

Company

Recommendation

EPSe

2000

2001

Adidas

-Salomon
Kaufen4,104,87
Allianz AGHaltenn.a.n.a.

BASF

Halten2,793,11

Bayer

Halten2,232,77

Hypo

-Vereinsbank
Halten2,773,50

BMW

Halten1,411,56

Commerzbank

Halten2,712,05
Daimler-ChryslerVerkaufen5,685,36
Degussa-HülsKaufen2,523,13

Deutsche Bank

Kaufen7,444,93
Deutsche TelekomKaufen1,402,42
Dresdner BankHalten1,332,32

Epcos

Halten3,424,36

Henkel

Halten2,923,25

Karstadt

-Quelle
Halten1,862,33

Lufthansa

Kaufen1,451,36

Metro

AG
Kaufen0,881,14

Münchener Rück

.
Kaufenn.a.n.a.
PreussagKaufen2,222,13

RWE

Halten1,982,43

SAP

AG
Kaufen1,913,28

Schering

AG
Halten1,621,99

Siemens

Kaufen5,066,58
Thyssen KruppHalten0,851,15

Eon

Kaufen5,583,26

Volkswagen

Halten3,443,41
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