Unsicherheit im Vorfeld der Quartalszahlen
Lustloser Handel beschert Dax Verluste

Händler führten den leichten Trend bei den Technologiewerten auf eine schwache Nasdaq sowie Zurückhaltung bei Investoren im Vorfeld der Veröffentlichung zahlreicher Daten und Unternehmensergebnisse aus den USA im Verlauf der Woche zurück. Zudem warte der Markt auf die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch und die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte kurz nach einem leichten Handelsbeginn an den US-Börsen rund 0,6 % tiefer bei 5 893 Punkten. Am Frankfurter Neuen Markt habe ebenfalls Lustlosigkeit das Geschehen bestimmt, sagten Händler. Der ganze Markt sei abhängig von den in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen der großen US-Technologieunternehmen, hieß es.

Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share Index verlor rund 1,4 % auf 1 261 Punkte. Der Blue-Chip Index Nemax 50 gab um 1,5 % auf 1 204 Zähler nach. In den USA lag der Dow Jones-Index bei 10 529 Zählern rund 0,08 % im Minus, der Nasdaq-Index gab um 0,56 % auf 2 073 Punkte ab.

Die Aktien der Dresdner-Bank führten die Liste der Verlierer im Dax an und gaben um 3,44 % auf 46,35 ? nach. Nach Angaben des Allianz-Konzerns haben die freien Aktionäre der Dresdner das Umtauschangebot des Versicherungskonzerns für ihre Papiere mit mehr als 92 % angenommen. "Es positionieren sich jetzt die Fonds, die Indizes abbilden", sagte ein Analyst zur Begründung der Kursbewegung. Ein anderer Analyst erläuterte, die Dresdner-Papiere seien nun nicht mehr interessant für Investoren. "Warum sollte ich mich für eine Aktie interessieren, die nicht mehr liquide sein wird und aus dem Dax fällt? Diejenigen, die das Angebot der Allianz nicht angenommen haben, sind selbst dran schuld." Allianz-Aktien stiegen um rund ein Prozent auf 324,25 ?.

Zu den weiteren Gewinnern gehörten die Aktien des Eon Eon-Konzerns. und der britische Mineralölkonzern BP hatten am Montag den milliardenschweren Tausch ihrer Öl- und Gas-Geschäfte bekannt gegeben. Damit könnte BP die Nummer Eins auf dem deutschen Tankstellenmarkt werden. Der Schritt werde aus strategischen Gesichtspunkten positiv bewertet, was sich im Eon-Aktienkurs mit Aufschlägen widerspiegele, sagten Händler. Eon konzentriere sich mit diesem Schritt auf das Energiegeschäft. Die Papiere legten um 0,47 % auf 64 ? zu.

Quartalszahlen von SAP am Donnerstag

Am Donnerstag will der Softwarekonzern SAP seine Quartalszahlen vorlegen. Nach Einschätzung von Analysten, die von Reuters befragt wurden, wird SAP einen Umsatzanstieg von 20 % und einen Gewinnanstieg von 50 % ausweisen. Die SAP-Papiere gaben am Montag im Sog mit den anderen Technologiewerten um 2,8 % auf 153,50 ? nach. Infineon-Aktien verbilligten sich um rund zwei Prozent. Die Deutsche Bank hatte am Nachmittag ihre Ergebnis-Schätzungen für den Halbleiterhersteller deutlich gesenkt. Siemens-Titel rutschten um mehr als 3,3 % auf 61,65 ?. Die T-Aktie gab um 1,4 % auf 26,42 ? nach.

Sobald die ersten Daten kämen, werde es wohl zu Reaktionen kommen, sagte ein Börsianer. Am Markt herrsche aber immer noch Unsicherheit darüber, ob die anstehenden Quartalsberichte Anzeichen auf eine Erholung der Wirtschaftslage mit sich bringen würden. "Nach den Gewinnwarnungen sind die Messlatten niedrig, was die Quartalsergebnisse angeht", sagte Ralph Bachmann, Händler bei der Helaba. Es werde wohl mehr Augenmerk auf die Ausblicke für die folgenden Quartale gelegt als auf die Zahlen selbst. Das führe dann wieder zu Unsicherheiten. Am Dienstag wollen Apple, General Motors und Intel ihre Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen. Am Mittwoch folgen unter anderem AOL und IBM.

Der Markt wartet nach Angaben von Händlern zudem auf die Rede von Fed-Präsident Alan Greenspan, von der man sich Aufschlüsse über die zukünftige Zinspolitik der US-Notenbank erhofft. Bei der nächsten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) würden die Zinsen wahrscheinlich aber nicht gesenkt, sagten Marktteilnehmer. Einer Reuters-Umfrage in der letzten Woche zufolge rechnet die deutliche Mehrheit von Analysten nicht mit einem Zinsschritt der EZB vor der Sommerpause. Der MDax tendierte kaum verändert zu seinem Freitags-Schlusskurs bei 4 712 Zählern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%