Unsicherheit
Kein versöhnlicher Ausgang an New Yorks Börsen

Der Dow Jones hat die schlechteste Handelswoche seit 1940 hinter sich.

Mit einem versöhnlichen Wochenausgang wurde es nichts an den New Yorker Börsen. Der Dow Jones ging am Freitag mit einem Verlust von weiteren 1,68 Prozent aus dem Handel und notiert bei 8235,81 Punkten. Damit hat das Börsenbarometer der dreißig US-Standardwerte in einer Woche über 1 400 Punkte oder 14,3 Prozent seines Wertes verloren; der Index hat die schlechteste Handelswoche seit 1940 hinter sich. Nicht anders erging es dem Nasdaq Index. Das High-Tech-Barometer verlor am letzten Handelstag der Woche 3,25 Prozent oder 47,7 Punkte und schloss auf 1 423 Punkten. Damit beendet der Nasdaq die schlechteste Woche seit seiner Einführung.

Die Stimmung auf dem New Yorker Börsenparkett war am Freitag, wie schon während der ganzen Woche, von Unsicherheit geprägt. Ungewissheit über die Entwicklung der US-Wirtschaft nach den Terroranschlägen des 11. September lähmte die Anleger und mit ihnen die Aktienmärkte. Eine patriotische Rede von US-Präsident George W. Bush am Vorabend konnte den Freitagshandel nicht stützen. Der Präsident hatte sich zum weiteren Vorgehen der USA im Kampf gegen den Terrorismus nur vage geäußert, Details über einen eventuell bevorstehenden Gegenschlag nicht bekanntgegeben.

Mann des Tages: Jeffrey Immelt

Mann des Tages an der New York Stock Exchange war am Freitag vielmehr Jeffrey Immelt. Der neue Vorstandsvorsitzende von General Electric gab bekannt, dass das Unternehmen trotz der verheerenden Anschläge der vergangenen Woche im Fiskaljahr 2001 ein Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich verbuchen wird. Diese Ankündigung beflügelte die Investoren. GE schloss mit drei Prozent im Plus, der Dow zog an und schaffte es zur Mittagsstunde sogar für ein paar Minuten ins positive Terrain. Unterstützend wirkte auch die erfreuliche Meldung aus Washington, nach der die Regierung ein acht Milliarden Dollar schweres Hilfspaket für die Fluglinien verabschiedet hat.

Continental, Delta und US Airways profitierten von der Ankündigung; die Papiere beendeten den Freitag im leichten Plus. Auf die Handelswoche bezogen, gehörten sie aber - wie alle Airlines - zu den größten Verlierern an der New York Stock Exchange, gefolgt von den Versicherungsunternehmen, auf die nach den Attacken auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen werden. Die Versicherer sprachen am Freitag in Washington vor, konnten Präsident Bush aber keine Zusagen im Stile der Airline-Hilfe mitnehmen. Die Branche verlor über die Woche 35 Prozent.

Ein wenig Unterstützung für den Dow Jones Index leisteten Flugzeughersteller Boeing, der am Freitag nach tagelanger Talfahrt mit den Airlines Boden gut machen konnte, sowie Honeywell, United Technologies und einige Transportwerte. Vor allem positive Nachrichten von FedEx und UPS halfen diesem Sektor auf die Beine.

Microsoft sackt ab

An der Nasdaq gehörten die Titel der Hard- und Software-Branche, die Aktien aus dem Halbleiter-Sektor und Biotechnologie-Werte zu den größten Verlierern. Intel, Cisco, Sun Microsystems und Dell beendeten die Woche auf Jahrestiefstständen. Microsoft sackt mit den Konkurrenten ab und litt am Freitagnachmittag zusätzlich unter schlechten Nachrichten aus der Zentrale in Seattle. Der Launch der Spielkonsole Xbox müsse wegen Lieferschwierigkeiten um eine Woche verschoben werden.

Für die kommende Handelswoche gibt es nach dem Desaster der vergangenen fünf Tage erfreulich optimistische Erwartungen. Während Bear Stearns-Analyst John Inch warnt, der Boden sei noch nicht erreicht, aber zumindest sehr nahe, freuen sich andere Experten schon wieder auf Gewinne. "Diese Woche war noch zuviel Emotion auf dem Parkett. Nächste Woche wird wieder gekauft", sagte ein Händler an der NYSE. Psychologisch ist der Handelsauftakt am Montag wichtig: Der Dow Jones Index fiel nun acht Tage in Folge, einen so langen Fall gab es seit drei Jahren nicht mehr. Wird diese Serie erst einmal durchbrochen, so hoffen die Marktexperten, steigt die Kauflaune.

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