Unsicherheit über den künftigen US-Präsidenten
Dax geht schwächer aus dem Handel

Die deutschen Standardwerte haben am Dienstag im Sog der leichter tendierenden Nasdaq schwächer geschlossen.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben Händlern zufolge im Sog einer leichter tendierenden US-Technologiebörse Nasdaq am Dienstag tiefer geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fiel um 0,72 Prozent auf 6 733,59 Zähler, während der US-Technologieindex 2,2 Prozent auf 2 948 Punkte sank. Im Vorfeld einer möglichen Entscheidung über den künftigen US-Präsidenten hätten verunsicherte Anleger Gewinne mitgenommen, sagten Händler. Im Mittelpunkt am deutschen Aktienmarkt standen die Titel von BASF und Lufthansa.

Der Oberste Gerichtshof in den USA hatte sich am Montagabend nach der Anhörung der Anwälte der beiden Präsidentenkandidaten zu Beratungen zurückgezogen. Eine Entscheidung der neun Richter wird im Laufe des Dienstags erwartet. Die deutschen Anleger zeigten sich kurz vor einem möglichen Ende des US-Wahldramas zurückhaltend, sagte ein Händler. Gewinne wurden nach Händlerangaben vor allem im Technologiesektor realisiert. Die Papiere von Epcos büßten 4,17 Prozent auf 112,50 Euro ein. SAP unterbrachen ihren Erholungskurs und gaben 2,32 Prozent auf 185,40 Euro ab. Zeitweise angeführt wurde die Liste der Verlierer von den Papieren des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer , die 3,96 Prozent tiefer schlossen. Das Papier sei nach den Kursgewinnen der Vortage von zahlreichen Gewinnmitnahmen belastet gewesen, sagten Händler.

Ebenfalls schwach präsentierte sich die Aktie von BASF mit einem Abschlag von 2,5 Prozent auf 45,80 Euro. Der Aufsichtsrat des Ludwigshafener Chemie- und Pharmakonzerns entscheidet nach Angaben aus dem Gremium nahe stehenden Kreisen am Donnerstag über einen Verkauf der Pharma-Tochter Knoll. Der Aufsichtsrat werde über einen entsprechenden Vorschlag des Vorstands beschließen, hieß es am Dienstag in den Kreisen. Inoffizielle Vorgespräche mit dem amerikanischen Pharma-Konzern Eli Lilly seien weit fortgeschritten. BASF gehe von einem geschätzten Verkaufswert von etwa 14 bis 16 Milliarden Mark aus. In der Branche wird seit langem darüber spekuliert, BASF könnte sein relativ kleines Pharma-Geschäft abstoßen und sich auf die Chemie konzentrieren. Ein BASF-Sprecher bestätigte nur den Termin der Aufsichtsrats-Sitzung.

Erneute Kurszuwächse verbuchten dagegen die Aktien der Deutschen Telekom. Die T-Aktie verteuerte sich 1,6 Prozent auf 40,25 Euro, was Händlern zufolge auf das große Erholungspotenzial der Aktie zurückzuführen sei. Zudem würden ein weiteres Mal die Äußerungen von Telekom-Chef Ron Sommer zur Osteuropastrategie honoriert. Verteuern konnten sich ferner die Aktien des Autobauers DaimlerChrysler. Es befinde sich ein großer US-Käufer im Markt, sagte ein Händler. Das Papier schloss als Kursgewinner im Dax 2,55 Prozent höher.

Der Aktienkurs der Deutschen Lufthansa ist am Dienstag von dem angekündigten Einstieg der Fluglinie beim Kooperationspartner Thai Airways beflügelt worden. Das Papier stieg um zwei Prozent auf 25,50 Euro. Vorstandschef Jürgen Weber habe bei einem Treffen in Bangkok seine Absicht bekräftigt, zehn Prozent an Thai erwerben zu wollen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Frankfurt. Die Reise Webers nach Bangkok habe neues Interesse an der Lufthansa-Aktie geweckt, sagte ein Händler. Thai und Lufthansa teilten auch mit, dass sie konkrete Gespräche über eine Gemeinschaftsfirma zur Koordinierung der Flüge zwischen beiden Ländern aufnehmen wollen.

Die mittelgroßen Werte tendierten leichter. Der MDax fiel um 0,51 Prozent auf 4742,67 Punkte.

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