Unsicherheit über Entwicklung des vierten Quartals
Daimler-Chrysler warnt vor Risiken

Daimler-Chrysler wird ein besseres Ergebnis für das dritte Quartal vorlegen, als bisher prognostiziert. Die Sanierung von Chrysler hat Fortschritte gemacht. Gleichwohl ist derzeit unklar, ob der Konzern seine Gewinnprognosen für 2001 einhalten kann.

ajo/brb STUTTGART. Die Daimler-Chrysler AG hat zum Wochenende eine erste Einschätzung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns gegeben. Danach fällt das dritte Quartal trotz der Absatzeinbrüche nach den Terroranschlägen in den USA günstiger aus als geplant. Grund sei die erfreuliche Entwicklung der angeschlagenen US-Sparte Chrysler. Zahlen legt der Automobilkonzern allerdings erst am 23. Oktober vor.

Mit Blick auf die noch unsichere Entwicklung des vierten Quartals baut Daimler-Chrysler vor. Das in Aussicht gestellte Konzernbetriebsergebnis von 1,2 bis 1,7 Mrd. Euro für das Gesamtjahr könnte gefährdet sein. "Auf Grund der jüngsten Ereignisse ist die Erreichung dieser Bandbreite mit einem Risiko behaftet", teilt der Konzern mit. Die Höhe des Risikos sei zur Zeit nicht einschätzbar.

"Daimler-Chrysler hält sich den Rücken frei für negative Eventualitäten", sagt Michael Raab, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Er wertet die Mitteilung nicht als explizite Gewinnwarnung, rechnet aber nur noch mit einem Gewinn am unteren Ende der Bandbreite. Georg Stürzer von der Hypovereinsbank kommentiert die Entwicklung im dritten Quartal positiv: "Die Chrysler-Leute müssen eine sehr gute Sanierungsarbeit geleistet haben, wenn sie die schwierige zweite Septemberhälfte so gut auffangen können." Für Christian Breitsprecher, Analyst bei der Deutschen Bank, gilt: "Die viel größere Frage ist, was nächstes Jahr passiert." Es werde sehr eng für Chrysler, wie geplant 2002 die Gewinnzone zu erreichen. Die Daimler-Aktie reagierte auf die Konzernmitteilung zuerst mit einem Rückgang, legte dann aber um knapp 5 % auf mehr als 32 Euro zu.

Schrempp bleibt bis 2005

Auf der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag in Detroit war die Sanierung von Chrysler eines der Hauptthemen. Mit der geleisteten Arbeit der Chrysler-Chefs Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard sei man sehr zufrieden, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Es sei aber noch zu früh gewesen, über die Folgen des Anschlags zu diskutieren. Das Gremium tagt planmäßig wieder am 13. Dezember in Stuttgart.

Der Aufsichtsrat hat die Verträge von Konzernchef Jürgen Schrempp und Mercedes-Spartenchef Jürgen Hubbert um anderthalb Jahre bis zur Hauptversammlung 2005 verlängert. Dies sei als Bestätigung der Strategie von Schrempp zu verstehen, heißt es bei Daimler. Das Gremium hat zudem den Konzernstrategen Rüdiger Grube neben Wolfgang Bernhard zum stellvertretenden Vorstandsmitglied ernannt. Rechtlich sind sie ordentliche Vorstandsmitglieder, doch mit geringeren Bezügen. Der Konzern will so den Vorstand verjüngen, da in den nächsten Jahren gleich mehrere Vorstände das Rentenalter erreichen. Zudem hat Schrempp ein Beratungsgremium ins Leben gerufen. In diesem "Chairman?s Council" ist das nach der Fusion gegründete Shareholder Committee aufgegangen, dass seit längerer Zeit ruhte.

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