Unsicherheit über Konjunkturentwicklung
Analysten bleiben bei Dax-Prognosen vorsichtig

Auch nach der jüngsten Erholung des Deutschen Aktienindex (Dax) bleiben die Aktienstrategen mit ihren Prognosen für die Märkte weiter vorsichtig. Eine Reihe von Analysten hat trotz des Endes des Irak-Kriegs, der in den vergangenen Wochen die Börsen überschattete, die Schätzung für den Dax-Jahresendstand erneut heruntergeschraubt.

Reuters FRANKFURT. Im Schnitt rechnen zehn von Reuters befragte Banken mit einem Dax-Stand gegen Ende des Jahres von etwa 3 260 Punkten, während die durchschnittliche Schätzung bei einer Umfrage im Februar noch bei 3 660 Punkten lag. Nicht alle damals teilnehmenden Banken wollten jedoch bei der erneuten Befragung eine Prognose abgeben, weshalb die Daten-Basis unterschiedlich ist.

Bei einem Dax-Stand von derzeit rund 3 000 Punkten bleibt nach den aktuellen Schätzungen folglich nicht mehr viel Luft nach oben. Die Pessimisten unter den Aktienstrategen begründen ihre Sichtweise vor allem damit, dass immer noch viele Unsicherheiten in Bezug auf die weitere konjunkturelle Entwicklung bestehen.

Unsicherheit über Konjunkturentwicklung

Fünf Institute haben ihre Prognosen für den Dax reduziert, darunter die Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt, die ihre Schätzung auf 2 600 von zuvor 2 800 Punkte gesenkt hat. Damit sind die HSBC-Analysten am pessimistischsten. "Nach dem Ende des Irak-Kriegs rücken nun wieder Fundamentaldaten in den Vordergrund und die deuten nicht auf eine nachhaltige Besserung bis zum Jahresende hin", begründete Georg Elsaesser, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt die Sichtweise der Privatbank. Kurzfristig dürfte sich der Dax-Aufwärtstrend seiner Einschätzung nach zunächst fortsetzen. "Allerdings hat sich an unserem Grundszenario der längerfristigen konjunkturellen Stagnation nichts geändert, so dass weiterhin Gewinnenttäuschungen zu erwarten sind", schreiben die HSBC-Strategen in einer Studie.

Am Dienstag erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, Wolfgang Wiegard, er halte die Wachstumsprognose der Bundesregierung von 0,75 Prozent für vertretbar. Die Prognose liegt über der Vorhersage der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die diese auf 0,5 Prozent gesenkt haben.

SARS als möglicher Belastungsfaktor

Roland Ziegler, Aktienstratege bei der ING BHF-Bank, äußert sich zurückhaltend zu Dax-Prognosen und will daher auch - wie einige seiner Kollegen anderer Banken auch - keine konkrete Schätzung angeben. Darüber hinaus warnt er vor übertriebenem Optimismus: "Es gibt immer noch eine Menge Tretminen, eine mit dem Irak ist jetzt weg. Aber was ist zum Beispiel mit SARS?" Die Auswirkungen der Lungenkrankheit SARS auf die asiatische Wirtschaft und damit auf die Weltkonjunktur seien schwer abzuschätzen.

DZ Bank hebt Prognose an

Während eine Reihe von Banken an ihren häufig schon in den ersten Monaten dieses Jahres nach unten korrigierten Prognosen festhält, erhöhte die DZ Bank ihre Schätzung auf 3 400 Punkte auf Sicht von sechs Monaten von zuvor 2 900 Punkten. "Wir gehen davon aus, dass gegen Ende des Jahres der Konjunkturaufschwung 2004 an den Börsen gespielt wird", sagte Christian Kahler, Aktienstratege bei der DZ Bank. In der nächsten Zeit dürften allerdings einige Anleger nach den deutlichen Zuwächsen der vergangenen Wochen einen Teil ihrer Gewinne wieder einstreichen, fügte er hinzu.

Die Analysten der WGZ-Bank gehen sogar von einem noch deutlicheren Dax-Anstieg aus. "Wir bleiben bei unserer Prognose von 3 800 Punkten. Wir halten dieses Ziel für vernünftig, da die Märkte in der vergangenen Zeit guten Boden gefunden haben", sagte Dierk Schaffer, Analyst bei der WGZ Bank. Zu Jahresbeginn hatten die WGZ-Analysten ihre vorherige Schätzung von 4 700 Punkten heruntergeschraubt.

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