Unsicherheit über künftige Erlöse aus Aktiva-Verkäufen
Standard & Poor’s stuft Rating der Deutschen Telekom auf „A-“ zurück

HB FRANKFURT/M. Die Rating-Agentur Standard & Poor?s hat am Freitag das Rating der Deutschen Telekom herabgestuft. Die langfristigen Verbindlichkeiten werden jetzt mit "A-" (gute Bonität) statt zuvor mit "AA-" (hohe Bonität) bewertet. Das kurzfristige Rating wurde von "A1+" auf "A2" gesenkt. Deutsche Telekom wurden von der Beobachtungsliste genommen, aber auf "Ausblick negativ" gestellt: "Der negative Ausblick drückt vor allem die Unsicherheit über künftige Erlöse von Börsengängen aus", sagte S&P-Analyst Duncan Warwick-Champion. Standard & Poor?s (S&P) sei in seiner Bewertung von künftigen Erlösen aus Aktiva-Verkäufen in Höhe von insgesamt 30 Mrd. Euro bis 2001 ausgegangen, wovon der größte Teil aus dem Börsengang von T-Mobile kommen dürfte. "Doch wenn der Aktienmarkt sich ungünstig entwickelt, kann es zu deutlichen Abweichungen kommen."

Am Anleihemarkt war der Handel in Telekom-Papieren nach Auskunft von Rentenhändlern am Freitag sehr ruhig. Die Renditeaufschläge hätten sich am Donnerstag kurzfristig ausgeweitet, nachdem Moody?s und am Tag zuvor Fitch IBCA die Ratings der Telekom ebenfalls herabgestuft hatten. Inzwischen seien sie aber wieder auf das Ausgangsniveau zusammengelaufen.

In der Rating-Analyse von S&P heißt es, die Telekom verfüge bei allen Telekom-Dienstleistungen über sehr starke Positionen im Heimatmarkt, eine hohe technische Kapazität und gute Produkt- und geografische Diversifikation. Die Expansion habe aber den Anteil noch nicht voll entwickelter Geschäftsfelder erhöht und zu weniger stabilen Erlösen geführt. Mittelfristig könne eine Verbesserung der Bilanzstruktur nur durch bedeutende Verkäufe von Aktiva erreicht werden.

Das Rating-Urteil basiere auf der Annahme, dass die Übernahmen von Voicestream und Powertel wie geplant durchgeführt werden können. Auch für den Fall, dass die Voicestream-Akquisition nicht gelinge, werde das Rating "A-" zunächst beibehalten, kündigte Warwick-Champion an. Denn er gehe von einer weiterhin aggressiven Expansionsstrategie der Telekom aus, so dass statt Voicestream mit anderen Akquisitionen zu rechnen sei.

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