„Unsicherheit über neuen Präsidenten beeinträchtigt Mandat nicht“
US-Delegationschef rechnet mit rascher Klimaübereinkunft

HB WASHINGTON. Der noch unsichere Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl beeinträchtigt das Mandat der US-Delegation bei der Weltklimakonferenz in Den Haag nicht. Diese Ansicht vertrat der Leiter der US-Delegation, Frank Loy, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Loy stellte fest, dass die Positionen von Europäern und Amerikanern vor allem bei der Rolle von Emissionszertifikaten und der so genannten "Senken" noch weit auseinander liegen. "Ich erwarte aber, dass die Verhandlungen in Den Haag glatt verlaufen."

"Unsere Delegation in Den Haag repräsentiert den US-Präsidenten und den US-Vizepräsidenten; beide sind entschlossen, die Erwärmung des Erdklimas effektiv zu bekämpfen", sagte Loy, Staatssekretär im US-Außenministerium für globale Angelegenheiten. Die Unsicherheit über den nächsten Präsidenten ändere daran nichts, ergänzte Roger Ballentine, umweltpolitischer Berater von Präsident Bill Clinton.

Bush äußerte sich kritisch zu globaler Reduzierung von Treibhausgasen

Der neue US-Präsident wird erst am 20. Januar 2001 ins Amt eingeführt. In der Übergangsphase spricht sich der scheidende Präsident üblicherweise bei wichtigen Themen mit dem neuen Präsidenten ab. Während Vizepräsident Al Gore die Klimapolitik der Regierung Clinton mitgeprägte, hat sich sein Rivale George W. Bush kritisch zu einer globalen Reduzierung von Treibhausgasen geäußert. Ein Klima-Abkommen muss vom Präsidenten und vom Kongress ratifiziert werden. Wie die meisten Industrieländer haben die USA das Klimaprotokoll von Kyoto noch nicht ratifiziert.

Für Loy argumentieren die Europäer beim Klimaschutz mit "ideologischen Konzepten". So sei die Unterscheidung zwischen der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen im eigenen Land und in anderen Ländern "künstlich". "Unsere Aufgabe ist es, Emission insgesamt zu reduzieren." Eines der Hauptinstrumente zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes ist der Handel von Zertifikaten, mit denen Staaten untereinander das Recht für Emissionen handeln können. Die EU will Staaten erlauben, maximal die Hälfte ihrer Emissionsverringerung so erreichen; den Rest soll jedes Land durch eine Verringerung eigener Emissionen erbringen. Die USA sind gegen eine solche Quote.

Auch wollen die USA die Anrechnung von "Senken" auf das nationale Reduzierungsziel erreichen. Das für den Treibhauseffekt mitverantwortliche CO2 wird zum Teil von Wäldern und Böden aufgenommen und neutralisiert. Loy sagte, die Unterscheidung der Europäer zwischen "guten" und "schlechten" Wegen der Reduzierung von Treibhausgasen sei "nicht hilfreich".

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