Unsicherheit über US-Wahl
Europäische Börsen überwiegend leichter

Schwache US-Vorgaben hätten sich auf die Technologie-, Medien- und Telekomwerten ausgewirkt. Vor allem europäische Medientitel griffen Marktbeobachtern zufolge Kursverluste der US-Medienwerte auf.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Freitag mehrheitlich leichter präsentiert. Deutlich spürbar ist Händleraussagen zufolge die Unsicherheit bei den meisten Investoren über das weiterhin noch nicht feststehende Ergebnis bei den US-Präsidentenwahl. Es werde weiterhin auf ein sicheres Wahlergebnis gewartet, hieß es. Schwache US-Vorgaben hätten sich auf die Technologie-, Medien- und Telekomwerten ausgewirkt. Vor allem europäische Medientitel griffen Marktbeobachtern zufolge Kursverluste der US-Medienwerte auf.

Der technologielastige Nasdaq-Index hatte am Vortag um 0,97 % auf 3200,35 Punkte nachgegeben. Der Dow Jones hatte mit einem Minus von 0,67 % bei 10834,25 Zählern geschlossen. Der Dezember-S&P-Futures deutet mit einem Minus von 2,3 Punkte auf 1401 Zähler auf eine leichtere Eröffnung der Wall Street hin. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz sank bis gegen 13 Uhr um fast einen Prozent auf 4798,66 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,51 % auf 4992,19 Punkte nachgab.



LONDON - TMT-Werte belasten

An der Londoner Börse ist das Börsenbarometer gefallen. Der FTSE gab um 0,9 % auf 6382,9 Punkte nach. Unter Druck seien vor allem die Technologie-, Medien-, und Telekomtitel geraten, sagten Händler. BSkyB gaben um 3,1 % auf 1065 Pence nach, nachdem Fondsmanager Anteile am US-Mutterunternehmen reduziert hatten. Weiterer Kursverlierer waren WPP, die um 1,7 % auf 832 Pence fielen. Unter den Technologietiteln gaben vor allem Bookham nach, die im dritten Quartal hohe Verluste ausgewiesen hatten. Die Aktien sanken um 15,12 % auf 1550 Pence.



ZÜRICH - Kaum verändert

Die Schweizer Börse präsenierte nahezu unverändert. Das Geschäft laufe angesichts der anhaltenden Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentenwahl in ruhigen Bahnen, sagten Händler. Da dem Markt zudem wichtige Impulse fehlten, bewegten sich die Kurse nicht sehr stark. Der SMI notierte um 0,08 % im Minus bei 8025,6 Zählern. Bei den Banken, die in den Vortagen etwas gelitten hatten, setzten CS Group, Bär und Vontobel zu einer Gegenbewegung an. CS gewannen 1,1 % auf 318,5 sfr. UBS stiegen leicht auf 249 sfr. Auch die Versicherungen und Pharmawerte tendierten etwas fester. Swisscom gaben um 2,1 % nach auf 428 sfr.

PARIS - Nach Gewinnen ins Minus gedreht

In Paris drehte das Börsenbarometer nach anfänglicher Erholung der Technologiewerte in Minus. Der FTSE fiel um 0,4 % auf 6246,69 Zählern. Händler sagten, Bedenken der Investoren zu den Wachstumsaussichten der Halbleiterindustrie seien übertrieben gewesen. STMicroelectronics fielen nach kurzem Kursanstieg dennoch weiter um 1,4 % auf 51,3 Euro. Alcatel gaben weiter nach und sanken um 1,2 % auf 71,35 Euro. Auch die Medientitel setzten ihre Kursverluste vom Vortag fort, nachdem Walt Disney geringere Werbeeinnahmen im laufenden Quartal angekündigt hatte. Cap Gemini unterstützten dagegen den Index, nachdem das Unternehmen gute Quartalszahlen vorgelegt hatte. Die Papiere kletterten 0,9 % auf 181,6 Euro.



MAILAND - Leichter - Mediobanca im Fokus

Die italienischen Aktienwerte präsentierten sich leichter. Der Mib30 fiel um 1,3 % auf 47773 Zähler. Investoren verhielten sich vorsichtig, nachdem der US-Computerhersteller Dell für das Geschäftsjahr 2002 einen geringeren Umsatzzuwachs als für das laufende Jahr bekannt gegeben hatte. Die unentschiedenen US-Wahlen führten weiterhin zu Unsicherheit, sagten Händler. Im Fokus der Investoren blieben Mediobanca, die um 0,6 % auf 14,38 Euro zulegten, nachdem die Deutsche Bank Anteile an Mediobanca erworben hatte. Auf ein neues Jahreshoch von 41,25 Euro stiegen im Handelsverlauf Generali. Gegen Mittag lag das Papier jedoch wieder um 0,7 % im Minus bei 40,6 Euro.



MADRID - Im Minus - Verkäufe bei Telefonica

An der madrilenischen Börse fiel das Börsenbarometer deutlich. Der Ibex notierte mit 1,3 % im Minus bei 10135,8 Zählern. Sorgen über die künftige Gewinnsituation der Telekomunternehmen führten nach Händlerangaben zu einem Kursrückgang der Telefonica. Das Papier gab um 0,5 % auf 21,03 Euro nach. Ihre Internettochter Terra Lycos gaben trotz Erwartung auf eine stärkere Indexgewichtung um 3,3 % nach auf 26,8 Euro. Die Aktien des Stromunternehmens Union Fenosa, das den Zuschlag für den Bau einer Anlage in Ghana bekommen hatte, stiegen kurzzeitig an, drehten jedoch auf ein Minus von 0,95 %.

AMSTERDAM - In richtungslosem Handel schwächer

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich in richtungslosem Handel schwächer. Der AEX lag um 0,76 % im Minus bei 676,51 Zählern. Transportunternehmen Vopak verloren 0,84 % auf 23,5 Euro, nachdem Vopak die Übernahme der britischen Ellis & Everard angekündigt hatte. Eine Kursrally erlebten Beers, nachdem Scania bekannt gab, Beers zu übernehmen. Beers stiegen um knapp 25 % auf 45,6 Euro. Operative Verluste und eine Firmenumstrukturierung hatte Tulip Computer bekannt gegeben. Die Aktie fiel um 21,5 % auf 0,84 Euro.



WIEN - Im Plus bei geringen Umsätzen

Die österreichischen Aktienwerte tendierten behauptet. Der ATX zog um 0,06 % auf 1126,45 Zähler an. Händler sprachen von geringen Umsätzen. Unter Druck stünden nach wie vor die Technologie-, Medien-, und Telekomwerte. Unter den Kursverlierern gaben vor allem Cybertron nach. Das Papier fiel um 7,1 % auf 9,2 Euro. Zulegen konnte das Energieunternehmen OMV. Die Aktie gewann 1,4 % auf 82 Euro. Auch im Laufe des Tages erwarten Händler keine Belebung des Geschehens, sehen den ATX jedoch im Plus.



BRÜSSEL - Verluste bei Finanztiteln

In Brüssel gaben die Aktienwerte mehrheitlich nach. Der Bel20 lag um 1,3 % tiefer bei 3137,52 Punkten. Bei anhaltender Investorenunsicherheit seien Umsätze gering ausgefallen, sagten Händler. Eingebüßt hatten vor allem die Finanztitel. Fortis B sanken um 1,05 % auf 35,96 Euro. KBC Bancassurance gaben 2,45 % auf 49,85 Euro nach. Real Software setzten den Kursabstieg fort und lagen um 7,24 % im Minus bei 17,3 Euro. Einer der wenigen Gewinner des Tages waren Beam Application, die um 2,9 % auf 28,7 Euro zulegten.



STOCKHOLM - Kaum Nachfrage nach Tech-Werten

Die Stockholmer Börse tendierte deutlich im Minus. Investoren verhielten sich zögerlich bei Technologiewerten, sagten Händler. Den Handel bezeichneten sie als dünn. Der OMX gab um 2,5 % auf 1124,87 Punkte nach. Daran beteiligten sich Telekomausrüster Ericsson und Nokia. Sie sanken um jeweils 6,5 und 14 skr auf 116 und 398 skr. Skandia, die im Sitzungsverlauf Verkaufszahlen bekannt geben werden, lagen um 5,5 skr im Plus bei 170,5 skr. Vor Bekanntgabe ihrer Neun-Monats-Zahlen sanken WM-Data um 1,4 skr auf 36,7 skr.

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