Unsicherheit über Wahlausgang
Angst vor Kerry

Es kann ein schlechtes Zeichen sein, wenn die Investoren plötzlich anfangen, sich intensiv mit Politik zu beschäftigen.Denn wenn die Wirtschaft gut läuft und das Investitionsklima stimmt, schütteln die Anleger Politisches meist schnell ab.

Während 1998 und 1999 fast ganz Amerika vom Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton hypnotisiert war, ignorierten die Finanzmärkte die Vorgänge weitgehend - die Aktien stiegen weiter.

Heute sieht das anders aus.Die Investoren jammern über die Unternehmensgewinne, das Wirtschaftswachstum und die Inflation.Und sie finden zudem noch die Zeit, sich Sorgen über die Steuerpolitik des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry, die schlechten Beziehungen von US-Präsident George W.Bush zu einigen seiner traditionellen Verbündeten und die Gefahr des Terrorismus zu machen.

"Die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen ist einer der Hauptfaktoren für die Nervosität auf dem US-Markt", sagt Kim Wallace vom Brokerhaus Lehman Brothers in New York.Im Vordergrund der Diskussion steht zwar die Befürchtung, Kerry könnte einige der jüngsten Steuersenkungen rückgängig machen.

Unter der Oberfläche aber wird ein viel größeres Problem sichtbar: Die Menschen sorgen sich nicht nur darum, was Kerry planen könnte, sondern auch darum, wie Bush die Wirtschaft steuert und ob er in der Lage sein wird, eine internationale Koalition im Kampf gegen den Terror aufrecht zu erhalten.Einige Investoren sähen einen steinigen Weg vor sich - egal, wer gewinnt, so Wallace.

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