Unsicherheit um Amazon
New Yorker-Börsen drehen schnell ins Minus

Nach anfänglichen Kursgewinnen bei Cisco Systems, Oracle und Intel dreht der Nasdaq Index ins Minus. Auch das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte profitiert anfangs von der freundlichen Entwicklung von Coca-Cola, United Technologies und Home Depot, dreht im weiteren Verlauf aber nach unten.

NEW YORK. Unter Druck geraten im frühen Handel die Telekommunikationswerte. Nachdem Weltmarktführer Nokia die Absatzerwartungen für das laufende Jahr um 50 Millionen Stück reduziert hat, verlieren auch Ericsson und Motorola an Wert. Schuld an der sinkenden Nachfrage sei nicht nur die abkühlende US-Konjunktur, sondern auch die derzeitigen Telefonmodelle. Konsumenten warteten auf die innovativste Version des internetkompatiblen Handys.



Doch nicht nur Mobiltelefonanbieter leiden unter den revidierten Prognosen des Branchenprimus. Auch Hersteller von Chips für den Mobilfunkbereich dürften Umsatzrückgänge zu spüren bekommen. Texas Instruments und andere Chiphersteller könnten ebenfalls unter Druck geraten.



Fest im Sattel hielt sich bisher Amazon.com. Ob das auch heute so bleibt, wird sich zeigen. Denn vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das vierte Quartal werden die negativen Stimmen lauter. Der Internet-Buchhändler, der nach wie vor nicht profitabel arbeitet, erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von vier Milliarden Dollar. Analysten befürchten nun, dass Amazon.com die Erwartungen für die kommenden Monate senken könnte. Die Mehrheit der Analysten erwartet einen Verlust von 26 Cents pro Aktie. Das Management sprach bereits im Dezember von einem Umsatz über der 960 Millionen Dollar Marke. Henry Blodget von Merrill Lynch geht jedoch davon aus, dass die Prognosen für das erste Quartal im Zuge der Quartalsmeldungen auf 750 Millionen Dollar reduziert werden. Die Hoffnung: "Sollte ein Umsatz von einer Milliarde Dollar erreicht werden, dürfte die Aktie profitieren", so der Analyst weiter. Die Entwicklung bei Amazon.com dürfte auch die Aktien anderer Online-Unternehmen bewegen.



Zulegen sollte heute die Aktie von Aetna. Die US-Krankenversicherung konnte die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 20 Cents pro Aktie um vier Cents geschlagen. Dennoch liegt das Ergebnis 64 Prozent unter dem Vorjahr und wurde durch hohe Restrukturierungskosten belastet. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 70 Millionen Dollar auf 6,6 Milliarden Dollar zurück. "Mit dem vierten Quartal endet ein Jahr der Veränderungen bei Aetna", so Vorstand William Donaldson.



Auch Procter&Gamble übertrifft die Erwartungen der Analysten um einen Cent, dürfte heute allerdings schwächer tendieren. Der Konsumgüter-Konzern konnte im zweiten Quartal ein Gewinn vor außerordentlichen Kosten von 93 Cents pro Aktie erwirtschaften. Damit sinkt das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. Der Umsatz liegt mit 10,2 Milliarden Dollar ebenfalls vier Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Während das Management bisher noch mit einem leichten Anstieg der Verkaufszahlen gerechnet hatte, erwartet man für das Gesamtjahr nun unveränderte Verkaufszahlen.



Weiter warten die Anleger mit Spannung auf die Entscheidung der Notenbank, die für morgen um 20.15 Uhr MEZ angesetzt ist. Nachdem Notenbank-Chef Alan Greenspan durch vermehrte Zinserhöhungen gelungen ist, das Inflationsrisiko in den Vereinigten Staaten zu senken, kämpft der Notenbank-Chef nun gegen eine drohende Rezession. Bereits in der ersten Woche des Neuen Jahres reduzierte "Big Al" die US-Leitzinsen um 50 Basispunkte. Nun rechnen die Anleger erneut mit einem Zinsschritt. Doch wie hoch dieser ausfallen wird, darüber sind sie sich nicht sicher. Die Analysten von Credit Suisse rechnen mit einem Zinsschritt von 50 Basispunkten.

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