Unsicherheiten im Luftverkehrsmarkt
Fraport bleibt vorsichtig

In einem weiter schwierigen Marktumfeld hat die Fraport AG im ersten Quartal 2002 ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um rund zehn Prozent gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet der größte deutsche Flughafen wegen der Unsicherheiten im Luftverkehrsmarkt vorerst nur ein Ebitda auf Vorjahresniveau.

Reuters FRANKFURT. Das Unternehmen habe im ersten Quartal ein Ebitda in Höhe von 100,2 Millionen Euro erzielt und das Ergebnis des Vorjahreszeitraums damit um 10,4 Prozent übertroffen, teilte die Fraport AG am Dienstag per Pflichtmeldung mit. Zu dem gesteigerten Ergebnis hätten Einsparungen, eine Erhöhung der Flughafenentgelte sowie höhere Erlöse aus Sicherheitsdienstleistungen beigetragen. Die Fraport AG war im Juni 2001 als erster deutscher Flughafen an die Börse gegangen und gab erstmals Quartalszahlen bekannt.

Die Erholung des Passagierverkehrs habe sich im ersten Quartal fortgesetzt, erklärte der Flughafenbetreiber. In Frankfurt seien 10,5 Millionen Passagiere gezählt worden, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vom 1. Januar bis 20. Mai liege das Minus insgesamt bei 4,1 Prozent.

Der Umsatz der Fraport habe im ersten Quartal 401,7 Millionen Euro betragen und sei um 14,4 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Bereinigt um die Veränderung des Konsolidierungskreises sei der Umsatz um 4,9 Prozent gewachsen. Das Konzern-Ergebnis habe sich auf 18,1 (6,8) Millionen Euro erhöht. Der Gewinn je Aktie sei auf 0,20 (0,11) Euro gestiegen. Zugleich bekräftigte das Unternehmen seine Erwartungen für das Gesamtjahr. Der Passagierrückgang gegenüber 2001 werde voraussichtlich im kleinen, einstelligen Prozentbereich liegen, prognostizierte die Fraport AG. Wegen der anhaltenden Unsicherheiten im Luftverkehrsmarkt bleibe das Unternehmen vorsichtig und gehe für 2002 von einem Ebitda auf Vorjahresniveau (2001: 507 Millionen Euro) aus.

Der Bau des Terminals im philippinischen Manila liege trotz der Verhandlungsschwierigkeiten im Plan, erklärte die Fraport AG. Das Unternehmen gehe weiter von einem Erfolg des Projektes aus. Im April hatte die Fraport mitgeteilt, sie schließe ein Scheitern des größten Auslandsprojektes des Konzerns nicht mehr aus, da die Projektgesellschaft zahlungsunfähig werden könnte. Das Fraport-Ergebnis für 2001 war durch Sonderabschreibungen beim Manila-Projekt in Höhe von fast 60 Millionen Euro belastet worden und der Jahresüberschuss um knapp 22 Prozent auf 101,1 Millionen Euro gesunken.

Fraport-Chef Wilhelm Bender schließt unterdessen einem Bericht der "Telebörse" zufolge einen vollständigen Ausstieg aus dem Projekt nicht mehr aus. "Wir setzen kein Projekt fort, das nicht unseren Renditevorstellungen entspricht", zitierte ihn das TV-Magazin. Analysten zeigten sich erfreut über das Quartalsergebnis. Lediglich die Probleme in Manila überschatteten die Zahlen, sagte Rebecca Langley von Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. Obwohl die Passagierzahlen zurückgegangen seien, laufe das Kerngeschäft der Fraport ausgesprochen gut.

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