"Unsicherheiten sind gewachsen"
OECD korrigiert Prognose für US-Wirtschaft nach unten

Die OECD hat ihre Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft im kommenden Jahr von 3,5 % auf 2,7 % gesenkt. "Die Wirtschaftserholung in den USA fällt schwächer aus als zunächst angenommen", sagte Hannes Suppanz von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei Vorlage des Länderberichts am Donnerstag in Paris.

HB PARIS. Grund sei vor allem der Einbruch an den Aktienmärkten, der das Verbraucher- und Investitionsklima belaste. "Die Unsicherheiten sind gewachsen. Falls es keine Umkehr auf dem Aktienmarkt gibt, könnte sich die Stimmung weiter verschlechtern."

Für das vierte Quartal erwartet die OECD ein Wachstum der US-Wirtschaft von lediglich noch 1 bis 2 %. "Nicht viel stärker dürfte es auch im ersten Quartal 2003 ausfallen", sagte US-Experte Suppanz der dpa. Die Risiken seien beträchtlich. Die Unternehmen stünden auf der Kostenbremse und zögerten bei Investitionen. Der Druck auf die Verbraucher und den Arbeitsmarkt wachse. Die Arbeitslosenrate liege aber noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und dürfte 2003 eher leicht auf 6,0 % nach voraussichtlichen 5,8 % im laufenden Jahr steigen.

Für das laufende Jahr rechnet die OECD nunmehr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA um 2,4 % bis nahe 2,5 %. Dies entspreche nahezu der im April vorhergesagten Zunahme von 2,5 %, erklärte der OECD-Leiter für Länderprognosen, Val Koromzay. "Nach den Terroristenanschlägen vom 11. September hat sich die US-Wirtschaft bemerkenswert robust erwiesen." Seit dem Tiefpunkt im dritten Quartal 2001 sei die Wirtschaft bis zum dritten Quartal des laufenden Jahres um beachtliche 3 % gewachsen, erklärte Suppanz.

Ein Szenario für den Fall eines Irak-Kriegs sei in der OECD-Prognose nicht enthalten, betonte Koromzay. "Allerdings haben wir die herrschende Verunsicherung berücksichtigt." Der hohe Ölpreis "spiegelt bereits die Kriegserwartungen wider", meinte Suppanz. Bis Mitte 2003 gehe die OECD von einem durchschnittlichen Ölpreis von 27,5 $ je Barrel aus und danach bis Ende 2004 von 25 $. Ausreichend deutliche Unterstützung erhält die US-Wirtschaft durch die großzügige Geldpolitik und die US-Staatsausgaben. "Die US-Notenbank wird auch weiter einen schwierigen Drahtseilakt leisten müssen." Mit Zinserhöhungen sei nicht vor Ende nächsten Jahres zu rechnen, eher "könnten die Zinsen zuvor noch weiter sinken", sagte Suppanz.

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