Unsicherheiten über die US-Wirtschaftsaussichten
Europäische Börsen zum Teil erholt

Hohe Verluste im Zusammenhang mit anhaltenden Unsicherheiten über die US-Wirtschaftsaussichten haben am Mittwoch die europäischen Börsen zeitweise auf neue Tiefstände gedrückt.

Mit der Eröffnung der US-Börsen, die weniger dramatisch als erwartet ausgefallen sei, hätten die Handelsplätze allerdings einen Teil der übertriebenen Verluste wieder aufholen können, sagten Händler. Nach wie vor seien die Märkte aber angeschlagen. Sie verwiesen auf die Ängste im Zusammenhang mit möglichen Wirtschafts- und Finanzproblemen in Japan und Konjunkturängsten in den USA. Japan könne vor einem Jahr der Rekordpleiten stehen. Dies könnte zum Rückfluss von japanischen Investments führen, hieß es.

Unter Druck standen vor allem Bankenwerte. Die Titel von Finanzinstituten, die bereits im asiatischen Handel nachgegeben hatten, bauten in Europa ihre Verluste weiter aus, nachdem die Rating-Agentur Fitch nach Handelsschluss in Tokio mitgeteilt hatte, dass sie ihre Ratings für 19 japanische Finanzinstitute zurückgenommen hatte. Zudem hatte Goldman Sachs am Mittwoch mehrere deutsche Finanzhäuser herabgestuft.

Am Abend notierte der Dow Jones in New York 3,38 % tiefer auf 9943 Punkten und damit unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 10 000 Punkten. Der Nasdaq-Index weitete seine Verluste aus und lag 2,6 % im Minus bei 1963 Zähler. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz und der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) verloren jeweils rund 1,5 %.

LONDON - macht Verluste zum Teil wett

An der Londoner Börse fiel der FTSE 100-Index im Tagesverlauf auf ein neues 27-Monats-Tief bei 5471 Punkten, konnte sich jedoch bis zum Handelsschluss ein wenig erholen. Der FTSE schloss 1,66 % niedriger bei 5625 Punkten. Die Umsätze seien allerdings gering gewesen. Vodafone konnten ihre Verluste zum Handelsende wettmachen und mit einem Plus von 1,6 % schließen. Im Abwind lagen Bankwerte.

ZÜRICH - Schwach durch Standardwerte

Die Schweizer Börse ist am Mittwoch nach einer freundlichen Eröffnung im Verlauf zum ersten Mal seit einem Jahr unter die Marke von 7000 Punkten gefallen. Der SMI Index sackte im Verlauf auf 6980,2 Punkte ab, den tiefsten Stand seit dem 15. März 2000. Dies war ein Minus von 5,4 %. Der SMI schloss dann aber um 154,9 Zähler oder 2,1 % niedriger auf 7225,7 Punkte. Die Abgaben umfassten alle Sektoren. Auch schwere Blue Chips wie Novartis sanken vorübergehend fast acht, Nestle über fünf und Roche GS fast sechs Prozent. Sie alle konnten ihre massiven Verluste dann doch markant auf weniger als zwei Prozent verkleinern.

PARIS - CAC 40 auf 17-Monatstief

In Paris beendete der Blue-Chip-Index CAC 40 den Handel 1,38 % tiefer bei 5115,50 Punkten auf einem neuen 17-Monatstief. Peugeot gaben 6,7 % ab, nachdem die Absatzzahlen für Automobile in Westeuropa im Februar schwach ausfielen.

MAILAND - Schwach durch hohe Verluste bei den Banken

Die italienischen Aktienwerte schlossen leichter, der Mib 30-Index gab 1,2 % auf 37 673 Zähler nach. Unter Druck geriet vor allem der Bankensektor. Zuvor hatte das Investmenthaus Morgan Stanley Dean Witter zwölf italienische Banken in seine Ratingliste aufgenommen und bewertet. Die Titel der Bank San Paolo IMI wurden mit "strong buy" aufgenommen. Gegen den Markttrend schlossen sie 1,14 % höher.

MADRID - Banken im Minus

An der madrilenischen Börse schloss der IBEX 35-Index 1,2 % tiefer auf 9393 Punkten. Im Mittelpunkt standen Kursverluste bei Banken- und Telekomtiteln. Banco Santander Central Hispano (BSCH) und BBVA gaben zwei und 1,4 % ab. Telefonica büßten 1,5 % ein.

AMSTERDAM - KPN Qwest deutlich im Abwind

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich schwach. Der AEX-Index verlor 1,5 % auf 568,50 Zähler. Im Mittelpunkt standen Kursverluste beim Netzwerkbetreiber KPN Qwest, die von der Gewinnwarungen des britischen Telekomunternehmens C&W vom Vortag belastet wurden, wie Händler sagten. KPN Qwest büßten mehr als elf Prozent ein.

WIEN - Schwächer mit Verlusten bei BETandWIN

Die Wiener Börse hat leichter geschlossen. Der Leitindex ATX verlor 1,39 % auf 1186,35 Punkte. Den prozentuell größten Verlust mit minus 4,76 % mussten BETandWIN hinnehmen, nachdem die Gesellschaft am Vormittag für das Geschäftsjahr 2000 bei einem verfünffachten Wettumsatz ein deutlich schlechteres Betriebsergebnis bekannt gegeben hatte.

BRÜSSEL - Bankem schwächer

In Brüssel schloss der Blue-Chip-Index Bel 20 nach heftigen Kursverlusten im Tagesverlauf 1,74 % schwächer auf 2849,51 Punkten. Im Vordergrund standen Kursabschläge bei Bankentiteln. Indexschwergewicht Fortis gaben rund zwei Prozent ab, Dexia verloren 3,28 % nach einer Herunterstufung durch BNP Paribas.

STOCKHOLM - Telekomwerte belasten

Die Stockholmer Börse präsentierte sich leichter bei hohen Verlusten vor allem im Telekom-Sektor. Am Abend lag der OMX 3,2 % tiefer auf 873 Zählern. Ericsson verloren mehr als 4,6 % auf 61 Kronen. Nokia verbilligten sich um 3,6 %.

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