Untenehmen wehrt sich gegen Thierse-Vorwürfe
Lufthansa: Abgeordnete können zwei Meilenkonten führen

Die Lufthansa wehrt sich gegen Vorwürfe, das Unternehmen sei die Quelle für Veröffentlichungen über Bonusmeilenflüge von Bundestagsabgeordneten.

ddp BERLN. "Das System ist dicht", sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Freitag in Berlin. Wenn behauptet werde, die Informationen der "Bild"-Zeitung und des Steuerzahlerbundes müssten von der Lufthansa stammen, diffamiere dies das Unternehmen und seine Mitarbeiter.

Walther räumte ein, dass weltweit zwischen 3500 und 4000 Mitarbeiter Zugriff auf die Daten des Lufthansa-Kundenprogramms "Miles & More" hätten. Dies seien "zum überwiegenden Teil" Lufthansa-Mitarbeiter, jedoch auch einige Mitarbeiter in Call-Centern anderer Unternehmen.

Es handelt sich den Angaben zufolge um einen so genannten "Read only"-Zugang, bei dem Daten zwar über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg einzeln abgerufen, aber nicht verändert werden können. Wer diese Daten im Einzelnen abgerufen habe, sei nicht überprüfbar.

Der Sprecher betonte, dass im Gegenteil zu anderen Kunden Bundestagsabgeordnete durchaus die Möglichkeit hätten, zwei Karten und damit auch zwei unterschiedliche Meilenkonten bei der Airline zu besitzen. Etwa 80 Prozent der insgesamt 666 Abgeordneten besitzen demnach überhaupt eine so genannte Senator-Karte. 292 Abgeordnete wiederum hätten eine zweite Karte für Privatflüge beantragt. Auf eigenen Wunsch hin lasse aber rund die Hälfte dieser 292 Abgeordneten die mit ihren unterschiedlichen Karten erflogenen Bonusmeilen trotzdem nur auf ein Konto buchen. Der "Normalfall" sei aber "zwei Karten, zwei Konten, zwei Abrechnungen" betonte Walther.

Die Forderung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), die Daten über Bonusmeilen der Abgeordneten herauszugeben, wertete Walther erneut als "Aufforderung zum Rechtsbruch". Er rief Thierse dazu auf, dieser solle sich von den Abgeordneten eine Einverständniserklärung besorgen, dass die Lufthansa Daten über Abgeordnete an den Bundestagspräsidenten aushändigen dürfe. Dann werde die Fluggesellschaft die Daten kurzfristig zur Verfügung stellen. Der Lufthansa-Sprecher fügte hinzu, ob und gegen wen das Unternehmen Strafanzeige wegen Verbreitung seiner Kundendaten stelle, werde geprüft.

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